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Abfindung, ist das sinnvoll

Kaaren

Mitglied
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8 März 2013
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NRW
#21
Hallo EES-ES, H-D Eichner, Sekundant, HWS-Schaden,

vielen Dank für eure Antworten, sie helfen mir sehr!
Ich werde somit keiner Abfindung ohne Vorbehalt zustimmen.

Ich habe keinen Schriftsatz der Versicherung.
Mein Anwalt hat mit der Versicherung in einem Termin ohne mich verhandelt, leider nicht ganz in meinem Sinne. Der Termin war sehr sehr kurzfristig angesetzt, auf Wunsch der Versicherung ohne mich. Nun will mein Anwalt noch einmal mit der Versicherung telefonieren. Soll ich etwas Schriftliches einfordern?

Ich will keinen Termin mehr ohne mich zulassen.

VG Karen
 
Registriert seit
27 Jan. 2014
Beiträge
76
#22
Hallo Karen,

Dein Anwalt ist verpflichtet, Dir von jedem Schriftsatz der Versicherung eine Kopie zur Verfügung zu stellen !! Auch ohne Worte ist die Forderung der Versicherung mit Deinem Anwalt OHNE DICH zu verhandeln. Was ist das für ein Anwalt? Lass Dich in Zukunft auf garnichts derartiges mehr ein. Sollte Dein Anwalt in Zukunft mehr solcher Dinge draufhaben, feuer ihn.

Dieter
 

Rekobär

Erfahrenes Mitglied
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#23
Regressanspruch gegen RA

Hallo Hans-Dieter Eichner, Hallo Kaaren,

natürlich kannst Du Deinem RA das Vertrauen entziehen und damit das Mandat kündigen, kostet aber Geld.

Es gibt eine andere Möglichkeit, die dem RA viel mehr weh tut. Sollte er einen Vergleich zu Deinen Ungunsten abschließen und hat Dich nicht ausdrücklich wegen des Vergleichs beraten, dann ist er Dir gegenüber Schadenersatzpflichtig.

Das wäre dann eine Möglichkeit sich den Ausgleich zu holen.

Herzliche Grüße vom RekoBär, der auch im Urlaub mal ein Auge in dieses Forum wirft und versucht zu helfen. :)
 

Drahtesel

Erfahrenes Mitglied
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294
#24
Hallo Kaaren,

ich würde bei deinen Rahmenbedingungen einer Abfindung auch nicht zustimmen. Das verhalten deines Anwaltes finde ich ebenfalls fragwürdig. Ich bin immer zeitnah von meinem Anwalt schriftlich über jedes Angebot der Versicherung informiert worden (per Mail, Fax oder Brief) und habe Vorschläge bekommen, wie man damit umgehen kann. Ich konnte dann entscheiden, wie weiter vorgegangen werden soll.

Den Hinweis von Rekobär bezüglich der Schadenersatzpflicht des RA finde ich sehr wichtig.

VG Drahtesel
 

Lara L.1981

Erfahrenes Mitglied
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#25
moin
ich hatte mich vor ca. 10 Jahren auch mal abfinden lassen.
Bin heute froh das so gemacht zu haben, denn was man hat das hat man.
Ehrlich gesagt sind es sowieso schon schwere und unsichere Zeiten.
Für mich war es zu dem Zeitpunkt die goldrichtige Lösung und ich konnte sehr von dem Geld profitieren bis heute sogar. (Gesundheitlich)
Ich habe keinen Schriftsatz der Versicherung.
Mein Anwalt hat mit der Versicherung in einem Termin ohne mich verhandelt, leider nicht ganz in meinem Sinne. Der Termin war sehr sehr kurzfristig angesetzt, auf Wunsch der Versicherung ohne mich. Nun will mein Anwalt noch einmal mit der Versicherung telefonieren.
ah, das liest sich ja doch eher negativ, so subjektiv nur von außen betrachtet.
Bei mir lief es so ab;

Ich traf mich mit meinem RA vorab und wir diskutierten haarklein alles durch, von materialen u. immater. Schaden, eventuellen Finten der Vers. usw.
DANN erst trafen wir uns ALLE zusammen und saßen an einem Tisch bei meinem Anwalt.
Dort wurden dann die Rahmenbindungen und alle Eventualitäten abgeklärt.
(es ging bei mir übrigens um exakt die gleiche Summe wie die bei Dir geforderte) :)
Jeder sollte ein gutes Verhältnis bzw. vollen Vertrauen zu seinem Anwalt haben.
Ich muß dazu sagen, dass ich mit den Jahren viele Anwälte verschlissen habe und dann erst einen guten gefunden habe. Das ist ganz wichtig, dass der sich auch wirklich sozial engagieren will und nicht nur an SEINEN Porsche denkt (sinnbildlich)

Fernmündlich Dinge ohne Mandanten mit der Versicherung abzuklären mit wenig Infos ist ein NoGo in meinen Augen.
Gute Entscheidung!

LG Lara
 

Kaaren

Mitglied
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NRW
#26
Guten Abend,
danke Euch für die Beiträge,
auf die letzten Beiträge von H-D-Eichner, Rekobär, Drahtesel und Lara bin ich noch gar nicht eingegangen,
und schon habe ich weitere Fragen:
die Versicherung bot in einem weiteren Telefonat mit dem Anwalt an, dass in die Abfindung ein immaterieller Vorbehalt kommt, sowie ein weiterer Betrag noch deutlich unter 20.000 und ließ anfragen an, welchen Betrag ich mir denn vorstellen würde.
Was meint ihr dazu?
VG Karen
 

Sekundant

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#27
hallo Karen,

sicher merkst du, dass hier "gepokert" wird. aber deine überlegung sollte anders ansetzen; nicht an möglichem vorbehalt immaterieller, sondern materieller schäden. diese sind im zweifel wichtiger. abhängig würde ich es von den verletzungen - deine auflistung "einen schweren unverschuldeten Unfall mit komplizierter Fraktur eines Wirbelkörpers, die operativ stabilisiert wurde. In der Folge habe ich eine PTBS" - machen, da hier spätere folgen naheliegender sind.
zudem ist selbst bei einer belegten verschlimmerung ein immaterieller schaden für die gegenseite vermutlich wesentlich einfacher abzubügeln. erstens muss er erst mal nachgewiesen sein, dann auch in einem wesentlichen ausmass - und eine nachzuzahlende summe lässt sich nochmal einfacher drücken (wenn denn das vorhergehende überhaupt durchzubringen ist).

es ist ein schattenspiel, das mit blendungen lockt. mach doch den versuch, statt des immateriellen lediglich den materiellen vorbehalt zu bekommen. dann wirst du sehen, wie hier die "denke" ist.


gruss

Sekundant
 
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#28
Hallo Kaaren,

zu der Frage ,ob die "unter 20000 EUR" angemessen sind,müsste man wissen, WIE GENAU Dein Verletzungsbild aussieht. Also genaue Beschreibung der ärztlichen wissenschaftlichen Diagnose mit Hinweis auf mögliche Dauerschäden in MdE (Minderung der Erwerbsfähigkeit) . Sonst kann man aus der Ferne nichts sagen. Wie genau soll der Vorbehalt formuliert sein? Wird auf die Einrede der Verjährung verzichtet, und wirst Du so gestellt als habest Du ein rechtskräftig erworbenes Feststellungsurteil mit 3o jähriger Verjährung? Dann wärst Du umfassend geschützt !!!!!
Mein Tipp: Dein Anwalt soll die Gesellschaft auffordern ein schriftlich formuliertest Angebot zu unterbreiten. Dann kannst Du und Dein Anwalt in Ruhe darüber beraten, ob es sinnvoll ist, das anzunehmen.
Aber: Was ist denn eigentlich mit der noch ausstehenden Op, über die Du berichtet hast? Hat die stattgefunden? Mit welchem Ergebnis? Steht die noch aus, würde ich NICHT über eine Abfindung nachdenken. Was ist, wenn die Op schiefgeht? Hier ist nach wie vor größte Vorsicht angesagt.

Viele Grüße

Dieter
 

Kaaren

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#29
Hallo Sekundant und Dieter, danke für die Antworten.
*Jetzt wurde ja nur der immaterielle Vorbehalt angeboten. Ich verstehe die Feinheiten, die Unterschiede und die Konsequenzen immer noch nicht.
*Wegen eines CRPS muss man mit Narkosen und einer Operation derzeit zurückhaltend sein, so dass die Operation verschoben werden muss und diese auf jeden Fall nicht Anfang oder Mitte 2018 durchgeführt werden kann. Sie steht also noch aus und der Zeitpunkt ist offen.
Heute bin ich bei der Arbeit gestürzt, habe ziemliche Rückenschmerzen...., ich hoffe morgen geht es mir wieder besser.
VG Karen
 

Sekundant

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#30
hallo,

gerade das sehe ich nicht
es steht ja auch ein umfassendes schriftliches angebot aus, wenn nur eine telefonische erklärung gegeben wurde, die ausdrücklich nur zu
verleiten soll. damit wären schon die wesentlichen teile ausgeschlossen, auch ein verjährungsverzicht. und wenn materielle schäden schon ausgeschlossen sind und einer klärung nicht mehr zugänglich, wie sollte es dann mit immateriellen schäden und deren ausmass bestellt sein?

die fragen von #Hans-Dieter Eichner wären als grundlage einer evtl einigung zu nehmen und mit dem RA zu klären. er kann/muss dann auch mögliche bleibende schädigungen berücksichtigen.

@karen
ich sehe deinen zwischenzeitlich "gelandeten" beitrag. zur bedeutung solltest du unbedingt deinen RA fragen. nur soviel:

immaterieller schaden ist idR schmerzensgeld, materielle schäden sind sach- und personenschäden, also im wesentlichen hier deine verletzungen und für dich hier wichtig(!) spätfolgen und -schädigungen.
letztere wären also mit dem "angebot" für künftige ansprüche ausgeschlossen. damit aber auch der damit verbundene immaterielle schaden in form eines weiteren schmerzensgeldes. der vorbehalt der "immaterielle schäden" infolge verschlechterung oder neu hinzugetretener schädigungen (zb folgeunfall) würde damit ebenso nur schwerlich durchsetzbar sein.

gruss

Sekundant
 
Zuletzt bearbeitet:
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#31
hallo,

gerade das sehe ich nicht

es steht ja auch ein umfassendes schriftliches angebot aus, wenn nur eine telefonische erklärung gegeben wurde, die ausdrücklich nur zu


verleiten soll. damit wären schon die wesentlichen teile ausgeschlossen, auch ein verjährungsverzicht. und wenn materielle schäden schon ausgeschlossen sind und einer klärung nicht mehr zugänglich, wie sollte es dann mit immateriellen schäden und deren ausmass bestellt sein?

die fragen von #Hans-Dieter Eichner wären als grundlage einer evtl einigung zu nehmen und mit dem RA zu klären. er kann/muss dann auch mögliche bleibende schädigungen berücksichtigen.

@karen
ich sehe deinen zwischenzeitlich "gelandeten" beitrag. zur bedeutung solltest du unbedingt deinen RA fragen. nur soviel:

immaterieller schaden ist idR schmerzensgeld, materielle schäden sind sach- und personenschäden, also im wesentlichen hier deine verletzungen und für dich hier wichtig(!) spätfolgen und -schädigungen.
letztere wären also mit dem "angebot" für künftige ansprüche ausgeschlossen. damit aber auch der damit verbundene immaterielle schaden in form eines weiteren schmerzensgeldes. der vorbehalt der "immaterielle schäden" infolge verschlechterung oder neu hinzugetretener schädigungen (zb folgeunfall) würde damit ebenso nur schwerlich durchsetzbar sein.

gruss

Sekundant
....gerade das sehe ich nicht ?

Hallo Sekundant,

was siehst Du nicht? Selbstverständlich ist sie umfassend mit einem Feststellungsurteil und dem Verzicht auf die Einrede der Verjährung geschützt . Mehr geht doch nicht.

Viele Grüße

Dieter
 

Sekundant

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#32
hallo Dieter,

ich habe etwas missverständlich geschrieben. ich sehe die sache deswegen nicht so, weil offenbar eben die von dir benannten umstände nicht gegeben sind. du hast ja beschieben, worauf es inhaltlich ankommt. ich sehe nur nicht, dass dies auch so gedacht sein soll, wenn das angebot lautet, "dass in die Abfindung ein immaterieller Vorbehalt kommt". wir sind hier also nicht gegensätzlicher meinung, sondern gehen lediglich von unterschiedlichen inhalten aus.


gruss

Sekundant
 
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#33
Hallo Sekundant,

meine Ausführungen sind natürlich nur im gesamten, von mir beschriebenen Kontext zu sehen. Würde Karen so gestellt, als habe sie ein rechtskräftiges Feststellungsurteil erworben , wäre sie umfassend geschützt. Darauf sollte der Anwalt hinarbeiten.

Dennoch nichts für ungut und Grüße von mir.

Dieter
 

Kaaren

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#34
Hallo Ihr,
Ich hatte 2013 einen schweren unverschuldeten Unfall mit komplizierter Fraktur eines Wirbelkörpers, die operativ stabilisiert wurde. In der Folge habe ich eine PTBS. Ich brauche viele Erholungsphasen, bin nicht mehr belastbar, kann einiges nicht mehr.
Aktuell hatte ich mir zusätzlich den Arm gebrochen, als ich einen Sturz abfangen wollte, und habe in der Folge ein CRPS, welches häufiger bei PTBS auftritt. https://www.aerztezeitung.de/medizi...en/article/927615/ptsd-risikofaktor-crps.html
Ich brauche viele Erholungsphasen, bin nicht mehr belastbar, kann einiges nicht mehr. Mehr als eine Teilzeitarbeit könnte ich gar nicht mehr stemmen.
Ich bin juristischer Laie und verstehe nur 2/3 von dem, was ihr schreibt.
Was soll ich denn nun dem Anwalt schreiben? 50.000 mit all den genannten Vorbehalten fände ich akzeptabel.
VG Karen

ich wollte ergänzen: habe oft Schmerzen und die PTBS typischen Symptome
VG Karen
 

Sekundant

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#35
hallo Karen,

ich schrieb ja bereits meine bedenken geschrieben und der eindruck des "pockerns" ist dem des "über-den-tisch-ziehen" gewichen, wenn man deine anmerkung zugrunde legt, dass a) die versicherung dich bei der verhandlung ausschliessen wolle und b) der anwalt darauf eingeht, dich nicht annähernd ausreichend informiert und aufklärt und dann noch kurzfrisit termine setzt (aus betroffenersicht nicht ohne hintergrund!).

du sagst selbst, dass angesichts der beschreibung deiner schädigungen überhaupt nicht abzusehen ist, wie ein möglicher verlauf oder endstand aussehen könnte. worauf soll nun aber eine geldmässige bezifferung einer annähernd gerechten abfindung beruhen? ein solcher vergleich ist aus meiner sicht für den anwalt gar nicht ins auge zu fassen und zu begründen! er würde dir jede möglichkeit nehmen, erkennbare oder mögliche folgeschädigungen und/oder verschlimmerungen nachzuverhandeln.
natürlich musst du selbst anhand deiner verletzungen und absehbaren folgen (ärztliche feststellungen, befunde etc., wenn ihnen vertraut werden kann) abschätzen, ob und vor allem wann ein endzustand eintritt. aber offenbar ist das derzeit noch lange nicht der fall. auf diese tatsache sollte die weitere verhandlung ablaufen; d.h. schadensersatz erfolgt durch die versicherung weiterhin, bis eine zukünftig zu erwartende endsituation eintritt. dann kann auch über eine abfindung gesprochen werden.

denke daran, dass eine abfindung nicht nur das schmerzensgeld umfasst, sondern auch weitere aufkommende folgeschäden oder noch nicht erkannte Schädigungen und deren verschlechterungen. eine weitere frage wäre ggf auch, ob nicht aufgrund deiner beschreibung eine schmerzensgeldrente im raum stehen könnte. alles in allem wären da 50.000 € schnell verbrannt. rechne nur mal einen monatlichen fehlbetrag durch arbeitsunfähigkeit oder -einschränkung von 500 €, dann ist hier nach etwa 8 jahren ende der fahnenstange. vergiss also nicht, anhand der zahlen auch umzusetzen und eine überschlagskalkulation anzustellen. die hilft bei (ungewohnten) zahlungsbeträgen oft für deutlichkeit.


gruss

Sekundant
 

Drahtesel

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#36
Hallo Kaaren,

ich schließe mich Sekundant an, dass die Abfindung in deinem Fall bedeutet, du wirst über den Tisch gezogen. Bei einem Unfall, der 4 Jahre zurückliegt, in denen dir vermutlich Einiges an Verdienst entgangen ist und du unter Schmerzen gelitten hast, kann eine Abfindung in Höhe von 50.000,-- € als Kombination aus Schmerzensgeld und allen weiteren materiellen Verlusten (Verdienstentgang, Haushaltsführungsschaden, Mehrbedarf...) nicht wirklich zufriedenstellend sein. Von den 50.000,-- geht bei einem Vergleich/einer Abfindung dann auch noch ein Teil an deinen RA (mir fällt gerade der Name dafür nicht ein). Außer ihr vereinbart, dass das die gegnerische Versicherung übernimmt.

Ich würde wohl unter diesen bedingungen einem Vergleich nicht zustimmen und außerdem auch über einen Anwaltswechsel nachdenken. Für mich liest es sich so, als würde dein RA eher die Interessen der gegnerischen Versicherung vertreten oder überfordert sein.

VG Drahtesel
 
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Spessart
#37
Hallo Karen,
ich kann mich Drahtesel nur anschließen. Wenn ich lese, welche gesundheitlichen Probleme Du hast, dann sind die 50.000 €, falls Du Sie denn bekommen solltest über all die Jahre, die noch vor dir liegen nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Du hast oft Schmerzen, Du hast Dir schon den Arm gebrochen, .... Wie denkst Du, wie es in 5 Jahren oder 10 Jahren aussieht. Auf keinen Fall würde ich eine Enscheidung vor der OP treffen. Danach vielleicht auch erst, wenn es Dir wirklich wieder gut geht. Ja, es kostet verdammt viel Kraft und Ausdauer. Es belastet auch Familie und Freundeskreis. Doch es geht um Deine Gesundheit und Zukunft. Daher wäge das Führ und Wieder sehr sorgfältig ab. Es ist sehr gut, dass Du Dich umfassend informierst. Das ist ganz wichtig, denn, ohne Deinem Anwalt böses zu unterstellen, liegt diesem bei weitem nicht so viel an dem Ausgang, wie bei Dir auf dem Spiel steht. Deswegen, lesen, lesen, hinterfragen und nachfragen. Versuchen, sich in die Lage des Anderen zu versetzen. Ganz wichtig ist, sich nicht unter Druck setzen zu lassen.
Am Ende musst Du ganz für Dich alleine unter der Abwägung aller Fakten entscheiden, denn Du bist es, die mit der Entscheidung leben muss. Daher gibt es kein Richtig oder Falsch.
Ich drücke Dir die Daumen.
Viele Grüsse

Scheitholz
 
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#38
Hallo Karen,

hier geht es mir ein bisschen zu viel durcheinander: Einmal geht auf gar keinen Fall von einer etwaigen ABFINDUNG "dann auch ein Teil an Deinen Anwalt". Das ist absolut falsch !!! Richtig ist vielmehr, dass die Anwaltskosten nach dem RVG = Rechtsanwaltsgebührengesetz berechnet werden und TEIL Deines Anspruches ist. Hierzu bedarf es keinesfall einer gesonderten Vereinbarung zwischen RA und der Gesellschaft. Anwaltskosten gehören IMMER zu dem Anspruchsumfang eines Geschädigten , also Dir. Das sind schadenadäquate Folgekosten. Die durch die Beauftragung des Anwaltes entstandenen Kosten sind also ohne Wenn und Aber zu erstatten. Siehe BGH VersR 63,266; 70,41. Also uralte Rechtsprechung !!

Zum Armbruch: Der ist ja wohl erst kürzlich eingetreten und dürfte wohl kaum den ersten Unfallfolgen zuzurechnen sein. Hier fehlt es schlicht an der Kausalität = Zusammenhang. Hier fehlt sowohl der zeitliche , als auch der sachliche Zusammenhang. Der müsste aber von DIR bewiesen werden, was nach Lage der Dinge Dir nicht gelingen wird.

Karen, ich hatte mal angeregt, dass Du uns das GENAUE Verletzungsbild (medizinisch wissenschaftliche Diagnose) mal beschreibst, mit Angabe der MdE über ALLE Zeiträume und Angabe der möglichen verbleibenden Dauerschäden. Dann könnte man eruieren, welches Schmerzensgeld für Dich angemesen wäre. Sonst ist das alles zu spekulativ.

Viele Grüße

Dieter

Hallo Karen,

ich habe noch einen Nachsatz zu dem Hinweis auf einen Anwaltswechsel. Vorsicht: Die gegnerische Versicherung muss nur einmal die Anwaltskosten zahlen. Bist Du rechtschutzversichert, zahlt Deine Rechtschutz in der Regel auch nur einen Anwalt (Nachlesen in den Bedingungen) Hier könntest Du also auf den Anwaltskosten eines zweiten Anwaltes sitzen bleiben. Also genau überlegen und prüfen.

Dieter
 

Kaaren

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#39
Hallo Sekundant, Drahtesel, Scheitholz, H-D-Eichner,
danke für eure Antworten, sie bedeuten mir viel.
Letzten Donnerstag bin ich bei der Arbeit gestolpert und hingeflogen, derzeit mit ziemlich schmerzhaften Folgen! Das zeigt mir wieder sehr deutlich wie fragil mein ganzer Rücken und meine Ischiasnerven sind.
VG Karen
 

Siegfried21

Erfahrenes Mitglied
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#40
Hallo Karren,

w. g. ich würde Schmerzensgeld z. B. bei weiteren Unfallkausalen OP s. ggf. Verschlechterungen hinsichtlich einer MdE Erhöhung,
im Sinne eines Fest. Urteil offen halten.


Wichtiger erscheint mir, die Offenhaltung von matierellen Schäden z. B. beim unfallkausalen Verlust oder Minderung deiner Arbeitsfähigkeit
gerade bei Folgeschäden.


Die Versicherung möchte dich billigst vom Tisch haben, gerade wegen event. Folgeschäden, Minderung der Arbeitsfähigkeit, und w. g. PTBS
und deren Folgen :eek:o_O ist ein rotes Tuch für die.


  • Allgemeines: Der Rechtsanwalt des Geschädigten darf einen bindenden Abfindungsvergleich mit nicht unerheblicher Tragweite regelmäßig nur schließen, wenn sein Mandant hierüber belehrt ist und zugestimmt hat (vgl. BGH NJW 84, 115; 91, 1535; zfs 10, 16 ; AG Karlsruhe-Durlach AnwBl 08, 793). Dem Mandanten müssen insbesondere folgende Punkte klar vor Augen geführt werden, damit er in eigener Verantwortung sachgerecht über den Vergleichsabschluss entscheiden kann:
Quelle:
Der Abfindungsvergleich beim Personenschaden: Chancen und Risiken

Berechnung von Personenschäden

Grüße