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Eine Fingerverletzung mit offenen Fragen. Wer kann helfen?

Etienne1

Neues Mitglied
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20 Sep. 2017
Beiträge
8
#1
Hallo Leute;

Ich bin neu hier, heiße Etienne (männlich, mittleres Alter) und habe auch gleich ein paar wichtige Fragen. Vielleicht kann mir hier ja jemand helfen, einige Antworten zu finden?

Mein kleiner Finger rechts wurde durch einen Sturz auf glattem Boden in einer Reha-Klinik ausgerenkt. - Ich bin gehbehindert und habe zwei Tage zuvor (freitagvormittags) bei der Aufnahme in die Reha trotz Gutachtens keine Unterarmgehstützen erhalten; ich müßte bis zum Montagmorgen warten, hieß es, "in der Verwaltung sei keiner mehr"! Es passierte also an einem Sonntagnachmittag auf dem Weg zum Schwesternzimmer um Zucker messen zu lassen und es gab in dieser Klinik an diesem Tag keinen Arzt vor Ort! Ich renkte mir den Finger also selbst wieder durch sanftes Ziehen an der Fingerkuppe ein. Der Finger war stabil und frei beweglich, die Schmerzen waren erträglich.

Am nächsten Morgen ließ ich mich (Notfall) sofort in das nächstgelegene Krankenhaus bringen, denn der Finger mußte dringend behandelt werden! Dort wurde er - nach sechseinhalb Stunden Wartezeit, die ich in einem stillgelegten Büro verbringen mußte - endlich (!) geröntgt.
Das radiologische Ergebnis und die Diagnose der behandelnden Assistenzärztin: "Der kleine Finger rechts ist wieder eingerenkt. Bis auf zwei kleine, knöcherne Ausrisse/Minifragmente sind keine weiteren Probleme erkennbar; Seitenbänder intakt, keine Fraktur, Finger stark geschwollen und blau verfärbt. Therapie: Eine Schiene zur Ruhigstellung für voraussichtlich 4 Wochen, Finger schonen, nicht belasten (damit greifen usw.). Eine OP ist nicht notwendig. Die Prognose ist gut"

Dieser Satz "Die Prognose ist gut" und die Feststellung "...keine Fraktur" haben mich ungemein beruhigt! Alle 2 -3 Tage wurden der Finger in der Rehaklinik von einer Krankenschwester mit Voltarengel sachte bestrichen (und dabei nicht bewegt!) und der Verband gewechselt, dann kam wieder die Schiene dran! Nach zwei Wochen dann wurde die Schiene auf ärztlichen Rat hin für drei Tage abgenommen, um eine mögliche Versteifung des
Fingers sofort erkennen und nötigenfalls behandeln zu können. In diesen drei Tagen wurde der Finger weiter sehr vorsichtig mit Gel behandelt aber nicht aktiv bewegt oder belastet, was leicht fiel, da der Finger sowieso leicht gekrümmt und unbeweglich war.

Nachts legte ich die Hand mit dem verletzten, eingesalbten Finger auf die obere Körperseite ab (ich bin Seitenschläfer und schlafe sehr ruhig) und hob die Hand jedesmal hoch, wenn ich mich bewegte, damit vermied ich es erfolgreich, mich versehentlich auf die verletzte Hand zu legen und sie weiter zu schädigen! Beim Aufstehen habe ich mich auf die gesunde, linke Hand abgestützt! Am vierten Tag schließlich die (viel zu oberflächliche...) Sichtkontrolle durch die erstbehandelnde Unfallchirurgin; ihr Ergebnis: Finger nur geschwollen (!), weiter Voltaren drauf und Schiene wieder dran für weitere 14 Tage. "Damit der Finger eine Chance zum Heilen hat" (na klar, war mir genau das wichtig!). Röntgen zur Verlaufskontrolle lehnte sie trotz meiner Bitte und Bedenken ab - es "sei nicht nötig, da es sich doch nur um eine Schwellung handele und das brauche eben seine Zeit"! Also trug ich die Schiene auch noch 2 Wochen ununterbrochen (bis auf
vorsichtigen Verbandswechsel).

Dann, nach Ablauf dieser Zeit, kam die Schiene ab und ich war absolut schockiert: Der kleine Finger war stark gebeugt, noch reichlich dick geschwollen und extrem unbeweglich; vorsichtiges Strecken oder Beugen war nur minimal und nur passiv im Millimeterbereich möglich! In meiner Not kontaktierte ich die erstbehandelnde Chirurgin, welche mir am Telephon jetzt erst (!) empfahl, mich schnellstmöglich an einen Handchirurgen zu wenden (...wieso nicht gleich so, also vier Wochen früher?), dann legte sie einfach auf! Im Nachhinein, 10 Tage später, habe ich dann durch einen Zufall erfahren, daß sich in dieser Klinik gleich im Nachbargebäude der Notaufnahme doch tatsächlich eine handchirurgische Abteilung befindet - das heißt, die behandelnde Assistenzärztin hätte mich aufgrund dieser schweren Fingerverletzung - eine Fingerluxation gerade der Mittelgelenke (PIP) sind absolut keine Lappalie! - sofort dorthin verbringen müssen, denn dort wäre ich fachärztlich (!) durch einen Handchirurgen versorgt worden, außerdem saß ich im Rollstuhl, da ich nur sehr schlecht gehen kann, ich konnte mich daher auch nicht selbstständig dort umsehen, denn wie gesagt - akute Sturzgefahr. Warum hat Sie das also dennoch nicht getan? Arroganz? Dummheit?Inkompetenz? Wenn ich nur schon daran denke, steigen in mir Wut und Verzweiflung hoch - ist es denn wirklich zuviel von einer ganz offensichtlich völlig überforderten Assistenzärztin verlangt, mich an einen fachlich erprobten Kollegen weiter zu verweisen, vor allem, wenn es nur ein paar Meter nebenan ist? Ich verstehe die Welt nicht mehr!

Also dann ab in die Handchirurgie einer BG Unfallklinik; dort die katastrophale Diagnose: Kleiner Finger (noch? schon wieder?) ausgerenkt (verhakt?), aufgrund der vier Wochen Verzögerung nicht mehr manuell reponierbar - also Operation! Natürlich mit den entsprechenden Risiken, wie z. B. chronische Bewegungseinschränkungen oder komplette Versteifung! Dabei wurden einige Knorpelsplitter entfernt, der Knorpel (Basis Grundglied) geglättet und der Finger eingerichtet. Der Finger wurde im Anschluß durch Kirschnerdrähte ("Osteosynthese") und eine sogenannte Sandwichschiene ("Fingerhülse" aus stabilem Kunststoff) für 6 Wochen und in 20 Grad Intrinsicstellung (d. h. leicht gebeugt) ruhig gestellt. Vor 21 Tagen, kamen diese Drähte raus und die Schiene ab und ich habe seither Physio- und Ergotherapie, doch der gekrümmte und dick geschwollene Finger läßt sich bisher nur passiv beugen und strecken; aktiv nur minimal beugen. Das operierte Mittelgelenk (PIP) ist um mehr als das Doppelte angeschwollen, auffällig taub und schmerzt "stechend"! Fortschritte gehen leider nur sehr langsam!

Aus folgenden Gründen benötige ich jetzt euere Hilfe: Wie, bitte schön, kann sich ein Finger, der bereits eingerenkt war und geschont (!) wurde, einfach so wieder ausrenken - es gab keinen plötzlichen Zusatzschmerz und den hätte es doch geben müssen, oder? Und - wie geht es dann nach dieser OP und der Kg weiter? Ich habe jetzt nämlich große Angst, daß ich meinen rechten, kleinen Finger nicht wieder normal benutzen kann und er vielleicht verkrümmt bleibt oder weiter versteifen könnte Als Rechtshänder und Gitarrist (E-Baß) brauche ich doch vollbewegliche, schmerzfreie Finger!

Außerdem habe ich nach gründlichem Nachdenken den Eindruck, daß die erstbehandelnde Ärztin und die Pfleger in der Rehaklinik schlichtweg Mist gebaut haben (Behandlungsfehler); ich bin auch sehr traurig und noch viel wütender über die fehlende Aufklärung bezüglich der tatsächlichen Schwere der Verletzung, obwohl ich alle Details diesbezüglich ausdrücklich wissen wollte, sowie über die arrogante und völlig gleichgültige Art der Behandlung. - Irgendetwas muß da falsch gelaufen und/oder ignoriert worden sein - das jedenfalls sagte auch der Operateur in der BG Unfallklinik! Die Operation war daher, bei einer adäquaten und verantwortungsbewußten Behandlung, sicher total unnötig? Der Handchirurg meinte nämlich: (Zitat) "Die Fingerhülse wäre von Anfang an die bessere (...leider auch teuerere) Schiene gewesen - der Finger wäre besser und stabiler mit der Fingerhülse aus Thermoplaste geschützt worden; ein Schienenverband dagegen neigt recht schnell zum Verrutschen, da die Mullbinde, mit der die Schiene um den Finger gebunden wird, nach einiger Zeit an Spannung verliert und die Schiene ihre Stützfunktion nicht mehr erfüllen kann. Die Gefahr einer Reluxation ist dann sehr hoch, weil die Schiene sich langsam lockert!" Lag es vielleicht wirklich daran, daß sich das Fingergelenk unbemerkt, d. h. ohne auffällige Schmerzen, wieder ausrenken konnte? Auch "ohne äußeres Zutun" wie z. B. das Anstoßen an einem Türrahmen? Ich bin vollkommen ratlos!

Das alles macht mich letztlich völlig fertig und KO! Denn mir kommt halt immer wieder der Satz "Die Prognose ist gut" in den Sinn; Mensch - und ich war erst so erleichtert, daß mein Finger wieder eingerenkt war und jetzt so tief drunten, weil ich ganz offensichtlich den falschen Personen vertraut habe - vertrauen mußte und mein Vertrauen mißbraucht wurde! Wie komme ich aus diesem Loch und mit einem heilen Finger nur wieder heraus? Gibt es für den Finger eine Chance, wieder richtig, sprich funktionsfähig, zu verheilen? Immerhin nehme ich die Krankengymnastik (Physio/Ergotherapie; ergänzend Lymphdrainage) sehr ernst und verhalte mich sehr diszipliniert und bedacht, habe aber gleichzeitig wirklich große Angst, daß es nicht mehr besser oder sogar noch schlechter werden könnte, da man vor allem auch im Internet so viele erschreckende Leidensgeschichten, selbst nach einer fachgerechten Behandlung, zu diesem Thema findet! Auf einer ärztlichen Fachseite wird sogar davon gesprochen, daß gravierende Bewegungseinschränkungen nach solchen Verletzungen üblich () seien...; gibt es denn tatsächlich keine positiven Ausnahmen? Was ist von solchen Informationsquellen zu halten? Als Laie kann man das ja leider nur sehr schlecht überprüfen - weshalb die Angst schnell zum ständigen Begleiter wird!

Wer hat solch eine - oder ähnliche - Verletzung (Luxation/Reluxation mit anschließender OP) selbst schon mal erlebt? Und wie waren die Behandlung und das Ergebnis? Wer kann mir hier mit Rat und Tat weiter helfen? Was ist von den üblichen Prognosen ("...also, nach meiner Erfahrung usw.") zu halten? Muß ich mir wirklich alle diese Sorgen machen? Oder gibt es noch Hoffnung auf einen guten Verlauf?

Ich freue mich wirklich über jede ehrliche und menschliche Antwort, auch gerne via PN - im Gegensatz zu dem bisherigen Verhalten der Ärzte und Pfleger, mit denen ich es dort in der Rehaklinik leider zu tun bekam! Ich würde mich auch sehr darüber freuen, wenn vielleicht der ein oder andere Arzt etwas aus seiner Sicht dazu sagen könnte!

Viele liebe Grüße in das Forum
Etienne
 
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Kasandra

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#2
Hallo Etienne,

was ich nicht so ganz verstehe, wenn Du gehbedindert bist, warum bist Du nicht mit Rollstuhl o. Unterarmgehstützen in die Reha gegangen?

Diese gehören doch ich nenne es mal zu Deiner "Grundausstattung". Warum hast Du auf UA-Gehhilfen in der Reha gewartet?

Hier bekomme ich die Kurve abgesehen von Deinen med. Problem der Reha nicht.

Viele Grüße

Kasandra
 

Sekundant

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#3
Hallo Etienne,

deine frage(n) zusammengefasst

Wie, bitte schön, kann sich ein Finger, der bereits eingerenkt war und geschont (!) wurde, einfach so wieder ausrenken...

Außerdem habe ich nach gründlichem Nachdenken den Eindruck, daß die erstbehandelnde Ärztin und die Pfleger in der Rehaklinik schlichtweg Mist gebaut haben (Behandlungsfehler)
...
Wie komme ich aus diesem Loch und mit einem heilen Finger nur wieder heraus? Gibt es für den Finger eine Chance, wieder richtig zu verheilen?
wurde ein erneutes ausrenken denn vorgehalten?
vorbeugend dafür und für deinen nächsten verdacht solltest du umgehend sämtliche behandlungsunterlagen anfordern. ein erneutes ausrenken hätte ja im verlauf der ständigen behandlung und kontrolle bemerkt und dokumentiert werden müssen.

wie es (gesundheitlich) mit dem finger weiter geht, wird dir - schon aus dr ferne und mangels med kenntnis - niemand sagen können.


gruss

Sekundant
 

Chris1966

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#4
Hallo Etienne

eine Bekannte von mir ist sechs Wochen lang als Simulatin abgestempelt worden. NAch einem Unfall wurde ihr Arm geröngt. Keine Fraktur. Aber halt sechs Wochen immer nur Schmerzen. Als es ihrem behandelnden Arzt zu blöd wurde und sie nochmals zum Röntge schickte kam der Schreck. Tatsächlich war der Arm gebrochen gewesen. Durch die Schwellung direkt nach dem Unfall und wohl weil die Bruchstellen schon aufeinander lagen war es nicht sichtbar. Der Bruch war auch schön gerade zusammen gewachsen und braucht nur noch sechs Wochen Gips zum kompletten verheilen.

Du schreibst ja das der Finger an dem Montag stark geschwollen war. So liegt die These, wie Sekundant schon schreib, nahe dass er Finger halt nicht eingerenkt war.

Für Regreßforderungen benötigst du die Behandlungsunterlagen.
Ist der Unfall von der Reha Klinik bei der BG angezeigt worden? Bei mir war es so. Ich bin gegen eine sich nicht öffnende Automatiktüre gelaufen und brach mir die Nase. Anschliessend durfte ich zur Verwaltung die dann die Unfallanzeige aufnahm.

Gute Besserung weiterhin
Chris1966
 

Etienne1

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#5
Hallo, Kasandra

Noch kurz vor Antritt der Reha habe ich bei meinem Hausarzt zum wiederholten Male eine Anordnung für solche Gehhilfen erbeten; jedesmal hatte der einen anderen Grund, warum "es sich mal wieder verzögert". Der Orthopäde, der meinen Rücken nach einem Sportunfall behandelt hat, hat die Reha mühsam für mich erkämpft. Wenigstens da hat mein Hausarzt kooperiert. Die Ärzte in der Reha haben mein Rückenproblem erst ernst genommen, als ich bereits gestürzt bin.

Viele Grüße
Etienne

Hallo, Sekundant

Ja - die Behandlungsunterlagen habe ich eingefordert und sie liegen vor. Mein Operateur hat sie bereits gesichtet und viele Auffälligkeiten, z. B. Widersprüche bezüglich der Schwere der Verletzung und viele formelle Fehler entdeckt, so fehlt z. B. die Unterschrift der behandelnden Assistenzärztin auf den Papieren. Diesen Dingen werde ich gezielt auf den Grund gehen - vielleicht mit einem Gutachter meiner Krankenkasse. Oder kennst Du eine bessere Lösung? Ein Patientenanwalt wäre ja schon recht teuer, oder?

Viele Grüße
Etienne

Hallo, Chris1966

Auf dem ersten - und in jener Klinik leider einzigen - Röntgenbild standen die Fingerknochen in korrekter Position. Aber die knöchernen Ausrisse wurden als Alarmsignal für eine schwere Kapselverletzung völlig unterschätzt. Eine weitere - dann dringend notwendige - Untersuchung (Ultraschall oder CT) fand nicht statt. Damit hätte man die Weichteilverletzungen genau erkennen können!
Ich hatte bei der Kontrolluntersuchung 14 Tage später auf die zunehmende Krümmung ("...fühlt sich verkantet an") hingewiesen und ein Röntgen zur Überprüfung verlangt! Das Röntgenbild hätte die Verrenkung (Knochen) trotz Schwellung eindeutig erkennen lassen. Aus "Kostengründen" (...warum sonst?) wurde nicht geröntgt und die Assistenzärztin hat mir auch diesmal nichts von der Handchirurgie vor Ort gesagt!
Den Unfall habe ich der Leitung der Rehaklinik schnellstmöglich (Montagmorgen) gemeldet und die ärztliche Versorgung eingefordert. Das war ja sonntagnachmittags leider nicht möglich - keiner da!
Ich gehe derzeit nicht davon aus, daß ich Regreßforderungen durchsetzen kann - Du weißt ja: "Eine Krähe (...Gutachter) hackt der anderen kein Auge aus". Dennoch werde ich es versuchen - damit andere nicht dasselbe erleiden müssen!
Auch Dir und Deiner Bekannten wünsche ich eine gute Besserung. Da habt ihr ja wohl beide viel Glück gehabt - solche Automatiktüren sind echt nervig.

Viele Grüße
Etienne
 
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Chris1966

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#6
Auch können Automatiktüren sehr schmerzhaft sein. Ich gehe seit Jahren durch keine mehr durch ohne eine Hand vorauszustrecken.

Gruß
Chris1966
 

Chris1966

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#7
Hallo Etienne

nur weil die Knochen richtig standen heisst es nicht das sie auch korrekt eingerenkt waren. Aber durch die Weichteilverletzung bestand auch die Gefahr das sie wieder verrutschen bzw ausrenken.

Bei der Krankenkasse kannst du ein Gutachten über den MDK einfordern. Das ist kostenlos. Diese Gutachten sind aber vor Gericht nicht sonderlich verwertbar.
Aber du kannst dir dann von einer neutralen Stelle eine weitere Meinung einholen.
Auch wenn dieses Gutachten von der Ärztekammer erstellt wird, arbeiten diese Ärzte recht objektiv. Habe ich schon ein paar Mal von Bekannten gehört.
Sollte tatsächlich ein Behandlungsfehler vorliegen kannst du immer noch Regreß fordern.
Im Zweifelsfalle aber kannst du auch das erstbehandelnde Krankenhaus strafrechtlich belangen. Also Anzeige wegen Körperverletzung.

Gruß
Chris1966
 

Etienne1

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#8
Auch können Automatiktüren sehr schmerzhaft sein. Ich gehe seit Jahren durch keine mehr durch ohne eine Hand vorauszustrecken.

Gruß
Chris1966
Jetzt werde ich auch immer ganz genau hinschauen. Sicher ist sicher!



=> Herzlichen Dank für den Tip, Chris. Ich werde mich damit am kommenden Montag mal gleich an die Pronova wenden und alles Nötige in die Wege leiten. Über das Ergebnis werde ich dann hier berichten. Sicher wird auch die Ärztekammer ein Interesse daran zeigen, das alles aufzuklären. Denn wer würde ein solches Arztverhalten schon freiwillig decken? Wenn man sich mal überlegt, daß dies alles bei einer fachgerechten Behandlung völlig überflüssig gewesen wäre...!
Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.

Viele Grüße
Etienne
 
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Rolandi

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#9
hallo ethinne1,

probiere mit der Ärztekammer.
Jedoch lies die Erfahrungen hier auch darüber.

Lg. Rolandi
 

Etienne1

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#10
hallo ethinne1,

probiere mit der Ärztekammer.
Jedoch lies die Erfahrungen hier auch darüber.

Lg. Rolandi
Mache ich. Herzlichen Dank für den Tip!

P. S. Weiß vielleicht jemand hier, ob luxierte und operativ eingerenkte Finger generell - also ohne Ausnahme - krumm werden und bleiben? Vor allem, wenn es das Mittelgelenk (PIP) betrifft? Den meisten Internet-Berichten nach scheint es zumindest so; aber ist das tatsächlich die Regel - so ganz ohne Ausnahme? Das wäre ja echt grausam. Auch auf den meisten "Medizin-Websites" ist fast ausschließlich Negatives (...Beuge-, Streckkontraktur bzw. Bewegungseinschränkung "in jedem Fall obligatorisch" usw.) darüber zu lesen. Weiß jemand Näheres dazu?

Viele Grüße
Etienne
 

Etienne1

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#11
=> Weitere Informationen über ähnliche Fälle, insbesondere "Bewegungseinschränkung nach OP/Ruhigstellung" und deren Behandlung/Beseitigung? Wirklich niemand?

Viele Grüße
Etienne
 
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Chris1966

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#12
Schreib ich noch mal was dazu.
Ich denke nicht das es generell so ist.
Bedenke bitte das ich sage mal 90% aller medinzischen Eingriffe komplikationslos verlaufen. Nur bei jeder einzelenen Person gilt es klappt oder klappt nicht. Da sind es nur noch 50%. Und selbst wenn es klappt, heisst es noch lange nciht das alles gut wird. Merke ich an meinem Fuß. Beide Füsse operiert, beide OP fachgerecht ausgeführt (naja). Aber Fuß Nr zwei hat soviele Nebenbaustellen, wie sich jetzt nach fast 2 Jahren rausstellte) das er einfach nicht rundläuft. Es hätte besser operiert werden können, die ein oder andere Problemstelle mit, aber kein Arzt konnte vorhersehen das sich der Fuß nicht so entwickelt wie es in den Lehrbüchern steht. Wen soll ich jetzt dafür zur Verantwortung ziehen? Die Fußchirurgin die ihre Glaskugel nicht zu rate zog?.

Ich denke warte mal ein Gutachten ab, und dann geht es weiter.

Nochmals zu meiner Frage bzgl der Unfallanzeige: Ist eine Unfallanzeige seitens der RehaKlinik aufgenommen worden? Warum hat dich niemand in die Notaufnahme gebracht? So war das bei mir. Sofort ins benachbarte Krankenhaus in die Notaufnahme.
In der Rehaklinik war alles in heller Aufregung, anfangs habe ich ja auch noch gelacht.Trotz der Sternchen vor den Augen. Und war schon sehr irritiert das mich der Rehaarzt sofort in die Notaufnahme schickte. Egal ob bei dir ein Arzt anwesend war oder nicht. Die Ärzte in einer RehaKlinik sollten mindestens eine Rufbereitschaft habe oder das Pflegepersonal instruiert sein in einem Fall wie deinem sofort zu handeln, nämlich Krankenwagen anrufen und in die Notaufnahme bringen lassen. Andernfalls gibt es ja auch eine hausärztlichen Notdienst.

Alles Gute
Chris1966
 

Etienne1

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#13
Nochmals zu meiner Frage bzgl der Unfallanzeige: Ist eine Unfallanzeige seitens der RehaKlinik aufgenommen worden? Warum hat dich niemand in die Notaufnahme gebracht? So war das bei mir. Sofort ins benachbarte Krankenhaus in die Notaufnahme.
In der Rehaklinik war alles in heller Aufregung, anfangs habe ich ja auch noch gelacht. Trotz der Sternchen vor den Augen. Und war schon sehr irritiert das mich der Rehaarzt sofort in die Notaufnahme schickte. Egal ob bei dir ein Arzt anwesend war oder nicht. Die Ärzte in einer RehaKlinik sollten mindestens eine Rufbereitschaft habe oder das Pflegepersonal instruiert sein in einem Fall wie deinem sofort zu handeln, nämlich Krankenwagen anrufen und in die Notaufnahme bringen lassen. Andernfalls gibt es ja auch eine hausärztlichen Notdienst.

Alles Gute
Chris1966
Hallo, Chris1966;

Herzlichen (...etwas verspäteten) Dank für Deine Antwort.

Schade, daß es bei Dir auch nicht so optimal verlaufen ist! In meinem Fall sind die ärztlichen Fehler aber definitiv nicht "schicksalhaft" bedingt, sondern auf krude Schlamperei zurückzuführen - die von mir geschilderten Fehler waren allesamt vermeidbar, sofern die Ärzte ihre Arbeit und Verantwortung gegenüber dem Patienten ernst genommen hätten! Aber heutzutage agieren Ärzte ja nur noch als profitorientierte Wirtschaftsunternehmer - und welcher Mediziner macht sich für das bißchen Fallpauschale pro Kassenpatient und Quartal auch nur die mindeste Mühe? Sollen die Patienten - heutzutage nur noch "Kunden" - doch sehen, wo sie bleiben! Herzlichsten Dank, Ulla Schmidt & CO. - IHNEN geht es hoffentlich ganz hervorragend!?

Die Unfallanzeige wurde erst am Tag (Montag) nach dem Unfall (Sonntag) aufgenommen; da war die Verwaltung der Rehaklinik wieder im Dienst. Das war (laut Verwaltung) auch der Grund, wieso - angeblich - am Tag zuvor kein zeitnaher Transport in die Notaufnahme einer anderen Klinik möglich war - die Genehmigung dazu und den entsprechenden Behandlungsauftrag mußte angeblich erst die Verwaltung nach Maßgabe eines (...sonntags ja nicht vorhandenen Arztes) erstellen und bearbeiten. Wegen der KOSTENFRAGE. - So ein Schmarrn!!! Und DAS in einer deutschen Rehaklinik!!!

Mittlerweile habe ich eine Antwort meiner Krankenkasse (Pronova) bezüglich eines "unabhängigen" Gutachters erhalten: Ich muß natürlich einen Unfallbericht anfertigen und meine "Bedenken" betreffs der ärztlichen Versorgung "möglichst objektiv" schildern. Dieser Bericht wird sodann vom Medizinischen Dienst (MDK) beurteilt und "nach Aktenlage" (...klar - ist am bequemsten) geprüft - allerdings mit höchst ungewissem Ausgang, denn der MDK ist gegenüber seinen Kameraden ("eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus") in der freien Wirtschaft sehr kulant - und es gibt derzeit nur einen einzigen amtlichen Gutachter für die gesamte Region Südwest-Pfalz, der, laut Sachbearbeiterin der Pronova, "wegen der massiven Zunahme der Behandlungsfehler so gut, wie ständig ausgebucht ist"! Das sorgt doch gleich schon mal für gute Laune!
Aber ich nehme den Kampf auf!!!

Nicht nur für mich selbst, sondern auch, um anderen Leidensgenossen in Zukunft dieses menschenverachtende Procedere zu ersparen oder zumindest zu erleichtern!

Übrigens: Es hat sich bei einer Nachuntersuchung vor wenigen Tagen heraus gestellt, daß auch bei der Operation wohl so einiges schief gegangen ist, denn die Strecksehne des Fingers wurde vermutlich völlig lahm gelegt, das Fingerendglied (DIP) läßt sich nicht mehr ganz durchstrecken und ist in ca. 30 Grad gebeugt - die Details müssen jetzt per MRT überprüft werden. Dazu eine Frage in die Runde:
=> Kann das auch eine Folge der Ruhigstellung (erst 4, dann 6 Wochen) sein? Ist diese Fehlstellung vielleicht mit etwas Zeit (u. Ust. viel Zeit und Geduld) wieder reversibel? Kann ich das fördern oder bin ich zum Abwarten verdammt? Hat hier jemand eine Idee bzw. ähnliche Erfahrungen machen müssen?

Viele Grüße an alle und viel Glück und Gesundheit im neuen Jahr;
Etienne
 

Tina79

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109
#14
Hallo Etienne,

Deinen Frust können viele hier nachvollziehen. Auch wenn es bei jedem anders ist (Heilungsverlauf), wirst auch Du Deinen Weg finden.
Und wenn Du so gern Gitarre spielst, wirst du das auch weiterhin machen. Vlt was anders, aber Du wirst es.
Der Wille ist entscheidend dafür.
Vlt ist schon bald der nächste Gig ;)

Hast Du schonmal darüber nachgedacht, Deinen ganzen Frust, den Ärger niederzuschreiben??? Für Dich persönlich, um auch irgendwann mal abschließen zu können damit, um weiterzugehen.
Würde ich Dir empfehlen. Das befreit.
Vlt wird es ja sogar ein Bestseller:cool:
Aber vergesse Deine Ziele, Wünsche dabei nicht.

Ich hatte eine Luxation des Ellenbogens rechts, mit Trummerbruch deshalb.
Das und weiteres wurde z.T. übersehen, und weil sich erstmal darum gekümmert werden musste, dass ich am leben bleibe.
Bei Auffallen, bekam ich einen Fixateur daran, und später eine Schiene.
Durch die lange Zeit hat in dieser Haltung, hat man bei der physio und Ergo noch viel erreicht. Aber es stimmt svhon, durch Zeit, und Heilung wird es "fest" in dem Sinn.
Du hast doch diesbez. Therapien, mehr kannste nicht tun. Auch zH, aber bedenke nicht zuviel.

Ich kann den Arm nicht strecken oder anwinkeln komplett, und manchmal stört es mich auch. Aber, ich kann den wieder "im Alltag" nutzen... das ist doch die Hauptsache. Ich bin Rechtshänderin.

Gib nicht auf, und geh (ein bissel anders wohlmöglich) weiter.

Gruss
 

Etienne1

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8
#15
Hallo, Tina;

Lieben Dank für Deinen Zuspruch und Optimismus! Das zaubert mir ein Lächeln in's Gesicht. Nochmals Danke! :)

Dein Mut und Deine Tapferkeit sind wirklich bewundernswert!!! Respekt! :D Du hast ja ein echtes Martyrium :eek: hinter Dir. Aber zum Glück hat Dein Schutzengel Dich nicht im Stich gelassen und ich bin sicher, er wird auch in Zukunft stets für Dich da sein. Darauf kannst Du Dich bestimmt verlassen. :)

Die Idee mit dem Buch finde ich gut; auf jeden Fall werde ich meine äußerst schlechten Erfahrungen mit der zynischen Gesundheitsindustrie, den unfähigen Ärzten ("Goldene Rolex und Ferrari "Grande Macho"- was sonst?") sowie den korrupten Krankenkassen und Ärztekammern (Zitat Montgomery "Sozialverträgliches Frühableben muß gefördert werden...!") niederschreiben und auch im Netz veröffentlichen. Denn nicht nur ich persönlich, sondern auch Familienmitglieder, Verwandte und Freunde sind hilflose Opfer dieser perversen Gesundheitspolitik geworden, einige davon haben durch ärztliche Schlamperei sogar ihr Leben verloren! Andere Menschen durch gezielte Aufklärung und Entlarvung sozial- und gesundheitspolitischer Lügen und Intrigen vor Leid und Elend zu schützen ist schon lange eines meiner wichtigsten Ziele!

Das Gitarrespielen klappt leider nicht mehr, da die Feinmotorik meiner rechten Hand ziemlich hinüber ist; auch ist der kleine Finger in einer 20 Grad-Beugung fast völlig versteift :confused:. Sowohl mit dem operierten Mittelgelenk als auch mit dem Endgelenk (...Strecksehne verletzt? o_O) ist aktuell jeweils nur noch ein "Zappeln" von maximal 40 Grad Beugung und 85 Grad Streckung statt jeweils 90 Grad (Mittelgelenk) sowie 20 Grad Beugung und ca. 65 Grad Streckung statt jeweils 90 Grad (Endgelenk) möglich. Das jeweilige Streckdefizit beträgt also 5 Grad (PIP/Mittelgelenk) und ca. 25 Grad (DIP/Endgelenk) :(: in dieser Position befinden sich beide Gelenke des Fingers in der entspannten Ruheposition. Zum Vergleich: vor dem Unfall: 0 Grad (also gar keins...) Streckdefizit! Laut Operateur "wird das wieder" und laut Physiotherapeut ist "die Beugung des Endgelenks der noch vorhandenen, starken (!) Schwellung geschuldet" und "kommt wieder". Was immer das auch heißen mag :rolleyes:, denn es klingt wie "Tagsüber ist es hell und nachts dunkel"...!!! Auf jeden Fall hat sich bis jetzt (8 Monate postoperativ) nicht sehr viel verbessert - bis auf eine sehr, sehr geringe Zunahme der Beweglichkeit (siehe oben). Eindeutig zu gering, gemessen an der "Prognose" des Operateurs; der konnte mir auch nicht erklären, wieso das nicht operierte (!!!) Endgelenk so stark gebeugt ist :( - von einer Strecksehnenverletzung steht auch nichts im Befund, weder vor noch nach der Operation! Das macht mich echt total fertig, denn ich muß den Alltag, funktional gesehen, hauptsächlich mit der linken Hand bewältigen, dabei bin ich auch Rechtshänder. Sehr vieles ist mit nur einer gesunden Hand einfach nur eine elende Quälerei; dazu noch dieses extrem unangenehme "Fremdkörpergefühl" des fast völlig versteiften Fingers tags wie nachts - Verzweiflung, Angst, Wut über den Unfall und auf die Ärzte, die mich so schlampig behandelt haben, Selbstvorwürfe, Schuldgefühle (...hätte ich den Unfall vielleicht doch irgendwie verhindern können?) und oft auch einfach nur "Akku absolut leer, nichts geht mehr" :confused:; das alles hat meine Nerven völlig ruiniert! Wieso, um alles in der Welt, ist das Endgelenk, welches "nur" ruhig gestellt war, so stark gebeugt und kann sich aktiv nicht mehr ganz durchstrecken? Kann mir hier jemand weiter helfen? :(


Zudem hat mir am vergangenen Freitag ein medizinischer Gutachter endlich bestätigt, daß bei einer kompetenten Behandlung von Anfang an der Finger ganz problemlos und ohne Defizite ausgeheilt wäre :rolleyes:! Aber das alleine reicht ja nicht - ich, als Geschädigter o_O(!), muß die Behandlungsfehler in allen Punkten nachweisen! Ich könnte platzen vor Wut! :mad:

So ist derzeit auch mein sehnlichster Wunsch, daß mein Finger bald wieder ohne bleibende Schäden ausgeheilt und wieder vollbeweglich sein wird!!! Darauf hoffe und darum bete ich jeden Tag auf's Neue!:) Selbst, wenn es so mancher Arzt für "unrealistisch" hält - welcher Arzt hat mit seiner Prognose denn schon in jedem (!) Fall recht? Welcher Arzt hat schon eine eingebaute Kristallkugel? Aber alles das kostet sehr viel Kraft und Zuversicht - beides finde ich hier in diesem Forum :D, gerade auch durch Deinen optimistischen Zuspruch, liebe Tina! Merci beaucoup.

P. S. Meine Posts schreibe ich derzeit mit der linken Hand und dem Zeigefinger der rechten Hand. Anstrengend!

Viele liebe Grüße in's Forum
Etienne
 

Tina79

Erfahrenes Mitglied
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4 Aug. 2017
Beiträge
109
#16
Hallo Etinne,

Danke auch. So hat jeder so seines, seine Geschichte. Weiter geht's!

Du hast geschrieben, dass Du Physio. und Ergo machst. Was die Ergo anbelangt, so ist
Ergo nicht gleich Ergo.
Es gibt spezielle Handtherapeuten, die sich mit Deiner Thematik auseinandersetzen.
Die holen sehr viel raus!
Sofern Du da noch nicht bist, solltesr Du mal dahingehen.

Ich stimme Dir zu, dass das alles sehr viel Kraft und auch Zeit kostet und auch die Grenzen "erprobt" werden. Mach Dir keinen Druck.
Teile Deine Kräfte "sinnvoll" ein und bleib dran! inkl. Pausen/Regeneration. Nur so kannst Du was reißen.

Stell den Perfektionisten aber mal in die Ecke;)
Nichts und niemand ist perfekt, und Du musst es auch nicht sein.

Oft wird es eine Art Marathon, an Therapien, und Ärzten und auch sonstigem.
Jeder hat seine eigene Meinung, seine persönliche Art und Weise, wie er/sie/es beurteilt, und agiert halt. Vieles muss sicherlich nicht sein. Keine Frage. Und doch ist es so. :eek:

Ich nenn das mittlerweile alles Erfahrungswerte... aber das ist meine persönliche Meinung.

Es kommt immer auf Deine eigene Art (Typ) und Kräfte (!!!) dafür/damit an und Du musst sehen, was Du und inwieweit mit Dir selbst vereinbaren kannst.
Und auch, womit Du abschließen solltest, um weiterzugehen.
Das heißt nicht, dass ich nicht emotional reagiere... aber, es schafft ein anderes Bewusstsein...

Du hast die Wahl. Ganz oft zumindest. V.a.
eine andere/weitere Meinung/en einzuholen in jedem Fall. Und das rate ich Dir!

Bleib nur dran. Nimm Dir Zeit und hab Geduld - mit Dir v.a.!
Da kommt nochwas:)

Alles Gute!

LG
 
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Mercury

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#17
Hallo Etienne,

Finger verteifen leider extrem rasant wenn die mal länger ruhiggestellt waren oder wegen verletzung dazu verdamnt wurden. Die sehnen verkürzen sich und evtl verkleben die sehnenscheiden. Da hilft nur Geduld. Und vor allem hartes Training. mm für mm. Tut weh wenn man das trainiert. Hat was von Spagattraining für Steife. Kann sein dass es nicht mehr wird wie früher. Dann würde ich im Falle eines einzelnen kleinen Fingers aber sagen damit muss ich mich dann abfinden. Ich meine jetzt nur den körperlichen Zustand und deine Haltung zu dir selbst. Wie und ob du rechtlich vorgehen möchtest ist eine andere frage.
 

Siegfried

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#18
Hallo Etienne,

ich habe erst heute deinen Hilferuf entdeckt. Auch ich könnte ein Buch schreiben. Ich glaube dir jedes Wort, weil ich ähnliches erlebt habe. Wegen chron. Personalmangel in den Krankenhäusern und Kliniken läuft so einiges schief. Die Inkompetenz schreit zum Himmel. QM und sonstige Zertifizierungssiegel täuschen nicht über das Desaster hinweg. Nur passiert den Verantwortlichen nichts. Ärzte, Gutachter und Klinikbetreiber decken sich untereinander. Auch den Ärztekammern kannst du nicht trauen. Man kennst sich, man trifft sich....und sei es auf dem Golfplatz. "Du ich habe das gehört....man munkelt...schau doch mal....und ruckizucki ist auf einmal die Akte verschwunden....und dann? Ich kann dein Leid nur allzu gut verstehen. Die meisten von uns sind ja hier vertreten, weil sie ansonsten keinerlei Lobby haben. Wer glaubt uns denn schon - wir sind doch alle nur lästige Simulanten und eingebildete Kranke.

Ich kann dir nur einen persönlichen Arzt auf dem Gebiet der Handchirurgie empfehlen: Professor van Schoonhoven im Campus Bad Neustadt. Das liegt in der Rhön. Aber wenn dir deine Gesundheit wirklich am Herzen liegt, mach dir den Weg! Zu ihm kommen die hoffnungslosen Fälle aus ganz Deutschland. Er ist einer der ganz wenigen die Würde und Anstand haben, neben der hohen Kunst seiner OP. Ich"habe wirklich schon viele "Ärzte" oder besser Angestellte in Krankenhäuser erlebt. Da ist so manches unterwegs denen Berufsverbot erteilt gehört. Aus bitterer Erfahrung vertraue ich kaum noch einem Arzt bis auf einige wenige. Aus eigener Erfahrung kann ich aber Prof. van Schoonhoven mit bestem Gewissen weiterempfehlen. Er ist wirklich ein Kapazität, Spezialist und eine Persönlichkeit ohne Chefarzt-Attitüden!

Vereinbare dort einen Termin bei ihm im Sekretariat. Nehme alles an Rö Bilder und Befunden mit was du hast und bespreche dein Anliegen. Wenn du in die Klinik kommst wirst du mit anderen Menschenmengen in einem langen Gang sein. Aber keine Sorge, die Organisation in diesem Haus stimmt und dort geht alles seinen Gang. Frage den Prof. was er tun würde, wenn es seine Finger wären und du wirst eine ehrliche Antwort bekommen.

Hier wurde auch geschrieben, dass Physiotherapie nicht gleich spez. Hand-Physiotherapie ist. Wild dran herumziehen ist nicht das Mittel der Wahl.

Wenn du privat versichert bist, hast du ja überhaupt keine Probleme zum Arzt deiner Wahl zu gehen. Bist du gesetzlich versichert, dann besprich es mit deiner Krankenkasse im Rahmen "Zweitmeinung". Die Fahrtkosten bzw. Übernachtung (nicht Luxushotel) mach bei deiner Steuerklärung geltend. Auch wenn es zunächst sehr beschwerlich für dich klingt diese Reise auf dich zu nehmen. Aber gerade im Hinblick auf die rasante Verschlechterung kannst du das nicht aus Höflichkeit hinnehmen. Nichtstun, Beobachten und Abwarten der Ärzte hat mir meine Gesundheit kostet, die heute irreversibel ist. Wäre ich damals so schlau wie heute - Dank Forum - es würde mir heute nicht mehr passieren.

Alles, alles Gute für dich! Gruß Siegfried
 

Etienne1

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#19
@Tina79

Lieben Dank für Deine ausführliche Antwort, da sind gute Tips mit dabei! :) Soweit es der übliche Alltagsstreß zulässt, nehme ich mir ausreichend Zeit, um meine Bewegungsübungen zu machen und mich zu entspannen - auch die Entspannung kommt der Heilung zugute, denn so ein operierter Finger ist schnell überlastet, wenn man es übertreibt. Du hast völlig recht - darauf muß man ganz bewußt achten und nicht ungeduldig werden; auch, wenn schon die geringsten Fortschritte oft lange auf sich warten lassen. Demnächst hole ich mir noch eine zweite, fachärztliche Meinung eines Spezialisten ein, da mich an dem bisherigen Heilungsverlauf noch so manches irritiert und die bisherigen ärztlichen Aussagen dazu recht widersprüchlich ausfallen! Bericht folgt, sobald es soweit ist.

Noch kurz etwas zu meiner persönlichen Geschichte: Möglicherweise wirke ich ein wenig perfektionistisch, da es sich zunächst um einen kleinen Finger handelt und viele hier noch sehr viel Schlimmeres erlitten haben, was insofern ja auch nahe läge. Doch der Finger ist leider nicht meine einzige Baustelle: meine Beine und meine Lendenwirbelsäule sind nach einem anderen jahrelangen Ärztepfusch völlig hinüber (Feinmotorik erloschen und schwere Ataxie :(), was in der Folge den Unfall, bei dem der Finger so schwer verletzt wurde, erst ausgelöst hat. Und das ausgerechnet während einer Reha, die mich anfänglich und nach 11 langen, nervigen Jahren eines Ärztemarathons darauf hoffen ließ, hinterher wieder mehr als 100 Meter am Stück sicher (...ohne Krücken) zurück zu legen! Bis dahin half mir der Gedanke, daß ich trotz allem noch zwei gesunde Arme und kräftige, bewegliche Hände habe, um den Alltag irgendwie zu bewältigen. Jetzt ist es - vorerst - nur noch eine Hand, die linke. Und diese gewaltige Enttäuschung hat mich schlagartig meine letzte Kraft gekostet; vor allem angesichts dieses erneuten Behandlungsfehlers und meines mißbrauchten Vertrauens als Patient! :confused: Den Akku neu aufzuladen für die kommenden Herausforderungen; das ist für mich jetzt eine langwierige Aufgabe, der ich mich jedoch mit allen Mitteln stelle, denn andernfalls wäre eine Heilung erst gar nicht möglich. Du hast vollkommen recht - Aufgeben ist keine Option! Ich bleibe dran! :)

@Mercury

Das mit den Sehnen befürchte ich bisher auch. :rolleyes: Daher bleibe ich auf jeden Fall mit meinen Übungen dran und versuche, meine Angst, alles könne eventuell doch umsonst sein, möglichst gut in den Griff zu bekommen. ;) Nicht nur der operierte Finger, sondern auch das "Gesamtpaket" (siehe oben) macht es für mich dabei so schwierig, mich damit abzufinden: ein sehr beweglicher, kreativer Geist in einem spürbar eingeschränkten Körper - für mich eine echte Horrorvorstellung! :eek:

@Siegfried

Auch Dir recht herzlichen Dank für Deinen lieben Brief! :) Zunehmend wird mir nun klar, daß meine eigene Situation alles andere als ein Einzelfall in der "medizinischen Servicewüste" hierzulande ist. Einfach erschreckend und für ein hochentwickeltes Industrieland wie Deutschland zutiefst beschämend! o_O Es tut mir sehr leid, daß es Dich auch getroffen hat! Gute Besserung und gib die Hoffnung nicht auf - eine glückliche Wende sollte man nie ganz ausschließen, dazu ist die Natur zu flexibel. ;) Daran glaube ich ganz fest! :D
Vielen Dank auch für den Tip mit Professor van Schoonhoven im Campus Bad Neustadt/Rhön. Über das Internet ("Metager" - weil datensicher) werde ich mir die Kontaktdaten heraus suchen. Ich bin auch schon dabei, alle dafür nötigen Unterlagen bei zu bekommen; ich bin gesetzlich versichert (Pronova) und hoffe dennoch, daß er dazu bereit ist, ein Gutachten zu erstellen. Sobald ich ihn kontaktiert habe, werde ich davon berichten.

P. S. Zum Glück gibt sich meine Physiotherapeutin viel Mühe.

Viele liebe Grüße
Etienne
 

Mercury

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#20
Hallo nochmal,

Ich kann verstehen, wenn du enttäuscht mit dem Ergebnis bist. Aber du bist ja noch in physiotherapeutischer Behandlung, Richtig? Das heißt du hast auch noch Kontrolltermine in der BG? Oder gehst du woanders hin? Was ist deren Meinung? Nochmal OP oder abwarten?
Meine Erfahrung ist, dass die BG ein etwas wirrer anstrengender Haufen ist (immer ein anderer Arzt - viele verschiedene Meinungen) aber dennoch besser als irgendein D-Arzt oder sonst niedergelassener Arzt. Die sind medizinisch m.M. nach gut, haben mehr Ideen und untersuchen auch genauer. Man muss nur verkraften dass man da auch mal auf einen trifft, der dieses Lob nicht verdient.... dann halt der nächste. Im Falle von stationären OPs läuft dort auch die Zusammenarbeit mit ergo und physio im Haus gut. Ich denke gerade die erste Zeit nach der OP ist immens wichtig bevor sich wieder Narbengewebe bildet und vllt alles zunichte macht. Warst du denn stationär zur OP dort und hast schnell physio dort bekommen? Ich war schon bei vielen verschiedenen ambulanten Physios und Ergos. Alle deutlich zimperlicher (erstmal achln heilen lassen bis die Fäden raus sind) das war nett und angenehm. Hat aber immer dazu geführt dass es sehr langsam voranging. Physio in der BG hat mich an meine Grenzen gebracht (schmerztechnisch) im Nachhinein muss ich aber sagen ohne deren Beharrlichkeit hätte ich jetzt bestimmt auch noch viel gröbere Probleme. Wenn erstmal wieder Narbengewebe fest ist geht nicht mehr viel voran...

Wenn du nicht mehr in die BG willst, dann such dir nen anderen guten Handchirurgen. Auf keinen Fall irgendwein "normalen Unfallchirurg"

Alles Gute Dir!