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Einstweiliger Rechtsschutz

Rosi70

Erfahrenes Mitglied
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#1
Hallo,

hat irgendwer von euch Erfahrungen oder Wissen über "einstweiligen Rechtsschutz"?

Ich habe gelesen, dass ein Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung (vorläufiger Rechtsschutz) zulässig ist, wenn ... wie in meinem Fall durch Krankheit das Arbeitseinkommen wegfällt; eine Berufsunfähigkeitsversicherung eine soziale Schutzfunktion erfüllt müsste, aber nicht "freiwillig" aufkommt.
Es dient zur Sicherung des Existenzminimums eines Versicherungsnehmers im Krankheitsfall. Der Leistungsanspruch wird vorläufig bis zur endgültigen Klärung durchgesetzt "Existenzgefährdung".
Dies dient natürlich nur in Ausnahmesituationen, um die Existenz nicht zu gefährden.

LG

Rosi70
 

Rosi70

Erfahrenes Mitglied
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14 Nov. 2014
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#3
Hallo Kasandra,

den Hinweis, "einstweiligen Rechtsschutz" zu beantragen" habe ich aus dem Buch "Berufsunfähigkeitsversicherung" von Voit/Neuhaus und macht gerade im Bereich Berufsunfähigkeit aus meiner Sicht am meisten Sinn.

Ein Versicherungsnehmer benötigt dringend die Berufsunfähigkeitszahlung, wenn sein Arbeitseinkommen plötzlich wegfällt. Die Berufsunfähigkeitsversicherung dienst als sozialen Schutzfunktion zur Sicherung der Existenz und wenn diese durch Nichtleisten gefährdet ist, kann man den Leistungsanspruch vorläufig durchsetzen bis zur endgültigen Klärung der Leistungspflicht.

Zur " Existenzgefährdung" gibt es auch ein Urteil vom OLG Karlsruhe v. 03.07.2008 12 U 22/08

In Betracht kommt dies nach Einstellung von Leistungen auf Grund einer Nachprüfung .. OLG Saarbrücken v. 04.10.2006 5 U 247/06, aber auch dann, wenn der Versicherungsnehmer erstmals Leistungen bezieht.

Meine Versicherung ist nunmehr seit 3,5 Jahren in Verzug. Dass dies inzwischen nicht mehr lustig ist, kann der eine oder andere vielleicht nachvollziehen.

Lg

Rosi70
 

kbi1989

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#4
Du kannst erst dann "einstweiligen Rechtschutz" beantragen, wenn die BU-Versicherung Leistungen eingestellt hat, aber nicht - wenn der Leistungsbezug - noch nicht begonnen hat. Die Existenzsicherungsfunktion gilt nur bedingt wenn ausnahmsweise keine Sozialleistungen, wie z.B. Krankengeld, ALG I, ALG II mit Aufstockung Grundsicherung möglich ist. Erst dann, wenn diese sozialen Komponenten nicht oder nicht mehr greifen würden, käme die Existenzgefährdung wenn noch keine privaten Leistungen erbracht werden, ins Spiel.

Sollte die BU-Versicherung Leistungen ohne Anerkenntnis erbringen, aber weiterhin keine bedingungsgemässe Anerkenntnis nach Prüfung des Leistungsfalls aussprechen, müssen die zuvor erbrachten Leistungen an den BU-Versicherer zurück erstattet werden.

Gruss
kbi1989
 

Rosi70

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#5
Hallo kbi1989,

bis vor zwei Tagen wusste ich noch nichts von einem "einstweiligen Rechtsschutz".
Ich kann nur sagen, was ich in diesem Buch gelesen habe und da steht definitiv, dass man diesen Rechttsschutz auch beantragen kann, wenn man erstmalig Leistungen beantragt.

Ich habe diesen Hinweis an meinen Anwalt weitergeben; auch mit der Bitte nachzufragen, warum es erst in 7 Monaten zum Termin kommt. Sollte der Gutachter der Grund sein, frage ich mich, welche Stellung der Gutachter einnimmt. Bisher dachte ich, dass der Gutachter ein "Zeuge" ist und Zeugen werden doch geladen und nicht gefragt, wann sie gerne vor Gericht erscheinen möchten, oder? Aber das sind alles nur Spekulationen, aber ich möchte schon gerne wissen, warum es zu so einer langen Verzögerung kommt.

LG

Rosi70
 

kbi1989

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925
#6
Hallo Rosi70,

das Buch ist nicht alles. Ich hab Dir ja den Unterschied der Fakten verdeutlicht, der vorab erforderlich ist, um bei einer privaten Versicherung die Existenzgefährdung geltend zu machen. Was ich allerdings auch nicht verstehe, dass dein Anwalt dem Gericht nicht schriftlich verdeutlicht, dass bei Dir tatsächlich eine Existenzgefährdung vorliegt, und somit weitere terminliche Verzögerungen nicht mehr geduldet werden können.

Wir - meine Frau - sind derzeitig auch wieder vor Gericht wegen eines Altfalls ihrer BU-Versicherung. Von Klageerhebung April 2017 bis jetzt Dez. 2017 sind knapp 8 Monate vergangen, am 18. 12. 2017 ist Güteverhandlung mit anschliessender mündlicher Verhandlung vor dem LG anberaumt. Aber auch nur deshalb, weil wir mit dem neu mandantierten Anwalt kooperierend zusammengearbeitet haben. Du siehst also, es geht schon, wenn man überzeugend auftreten kann.

Gruss
kbi1989
 

Rosi70

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#7
Hallo kbi1989,

du magst sicher Recht haben, dass der Anspruch auf einen einstweiligen Rechtsschutz erst dann zulässig ist, nach dem die Leistungen schon einmal fällig waren. Somit kann die Versicherung die Leistungen nicht einfach einstellen. Macht ja auch irgendwie Sinn.
Aber letztendlich kann man auch schon zu "Versicherungsbeginn" in Not geraten, wenn das Arbeitseinkommen wegfällt.

Ich habe meinem Anwalt mitgeteilt, dass ich den Termin im Juli nicht akzeptieren kann und nunmehr in Erwägung ziehen muss, nach 3,5 Jahren "einstweiligen Rechtsschutz" zu beantragen. Mein Anwalt soll nun prüfen, ob auf Grund der Dringlichkeit das Verfahren beschleunigt werden kann.

Ich wünsche deiner Frau für den Termin am 18.12.17 viel Erfolg.

LG

Rosi 70
 

Marima

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81
#8
Hallo Rosi70

Du beziehst eine volle gesetzliche Rente, du hast ein Auto und einer große Wohnung, worin siehst du nach 3.5 Jahren plötzlich eine Dringlichkeit gegeben.

Das Gericht hat einen Termin im Juli angesetzt, dass ist doch hervorragend, damit hast du genügend Zeit um dich auf die mündliche Befragung des Gutachters gründlich vorzubereiten. Du solltest einen Monat vor dem Gerichtstermin deine Fragen an den Gutachter ans Gericht schicken.
Das Gericht wird den Gutachter als ersten befragen und wenn du Glück hast mit deinen Fragen und das auch nur dann wenn deine Fragen überzeugend sind.

MFG Marima
 

Rosi70

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#9
Hallo Marima,

danke für deine Nachricht.

Dass man dem Richter im Vorfeld Fragen zukommen lassen kann, wusste ich nicht; werde ich auf jeden Fall in Erwägung ziehen, aber ich hoffe natürlich, dass ich vor Ort auch fragen darf. Wahrscheinlich ergeben sich ja auch aus den Aussagen des SV neue Fragen.

Was meine "Dringlichkeit" betrifft, habe ich dir eine private Nachricht zukommen lassen.

LG

Rosi70
 

Teddy

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#10
Hallo Rosi,

wie ich hier schon öfters beschrieben habe, hatte mein Anwalt damals über 30 Fragen formuliert. Ich hatte das Gutachten analysiert und eine Fehlerliste erstellt, indem ich Satz für Satz durchgegangen bin, alle Lücken, Schlussfolgerungen, Übertriebenes und Weggelassenes, Umformuliertes und andere für mich Auffälligkeiten. Besonders die Stellen, wo Rehaärzte, Therapeuten anders dargestellt hatten.

Der Anwalt hat diesen Fragenkatalog dann in Juristensprache übersetzt und wie folgt es ausgedrückt: der Gutachter behauptet... ist dem Gutachter bekannt dass z.B. Befundbericht der Schmerztherapeutin dagegen... Zeugin Frau Dr. xxx oder der Gutachter folgert, ist es ihm bekannt dass die gesundheitlichen Schäden vor dem Unfall nicht vorlagen Zeuge Hausarzt, ist ihm bekannt dass wochen- monatelange Hilfe im Haushalt notwenig war: Zeuge Nachbarschaft - ist ihm bekannt, dass die Leitlinien zur Begutachtung... mit dem Zusatz alle Zeugen seien bereit vor Gericht zu erscheinen oder an Eides statt ihre Aussage zu bestätigen.

Dieser Fragenkatalog ging an das Gericht und wurde von dort dem Gutachter zugesandt - denn das Gericht hatte ihn beauftragt. Bei der Verhandlung wurden dann fast alle diese Fragen abgearbeitet und mein Anwalt hat sich weitere Gegenargumente jeweils zurechtgelegt.

LG Teddy
 

Marima

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#11
Hallo Rosi70

genau dass was Teddy dir geschrieben hat versuche ich dir seit Monaten vor Augen zu führen, um das Gutachten so zu bearbeiten wirst du Monate brauchen und froh sein dass der Gerichtstermin erst im Juli 2018 ist.
Ich würde das Gutachten erst mal in ein Schreibprogramm auf deinem Rechner übertragen und dann Satz für Satz unterteilen.
Zu einzelnen Sätzen kannst du noch schriftliche Stellungnahmen von deinen Ärzten einholen.

MFG Marima
 

Rosi70

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#12
Hallo Teddy und Marima,

danke für eure Nachichten,

Genau wie Teddy es beschrieben hat, will ich es machen. Das Gutachten Satz für Satz durchgehen, Fehlerhaftes herausarbeiten, Fehlendes ergänzen und an Hand der mir vorliegenden Befunde, Klinikaufenthalte und Rehaberichte das Gegenteilige belegen. Das muss man mir nicht vor Augen führen. Was ich dem Richter vor Augen führen muss, ist, dass wenn er meine Fall 7 Monaten ruhen lässt, ich ein anderes Problem bekomme und daher meine eigentliche Frage zum "einstweiligen Rechtsschutz".

@Teddy, ist es nicht besser, wenn man den SV mit einer Frage vor Ort konfrontiert, als wenn er Wochen vor der Verhandlung die Fragen bekommt und sich darauf vorbereiten kann?

LG

Rosi70
 

Teddy

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#13
Hallo Rosi,

soviel ich die Sache erlebt und verstanden habe, nennt man das sowas wie Beweiserhebung. Deine Fehlerliste mit den Fragen werden dem Gericht, der Gegenseite und dem Gutachter öffentlich gemacht und sind damit nicht nur von deiner Seite eine Behauptung sondern mit der Nennung von Zeugen für dich vor Gericht nachweisbar. Wichtig für dich ist, dass in einer Verhandlung eigentlich nur das zur Sprache kommen kann, was zuvor zur gerichtlichen Überprüfung angemeldet wurde. Später abgegebene oder nachgereichte ärztliche Bescheinigungen oder Therapieberichte gehen ins Leere, weil sie nicht vorgelegen sind und daher nicht Gegenstand der mündlichen Verhandlung sein können. Die Problematik und juristische Fragestellung muss zu Prozessbeginn klar sein. Deshalb ist die vollständige Fehlerliste und Gegenbeweisliste vorab so wichtig.

Achte darauf, dass meist das Totschlagargument kommt, du seist kein Mediziner, könntest das nicht wissen, daher ist es wichtig Gegenargumente auf Augenhöhe zu liefern. Einer Aussage eines Prof. Dr. wiegt etwas anders als das eines Heilpraktikers also dann schon eher den Abschlussbericht der Klinik mit Unterschrift des Abteilungschefs entgegen halten. Einem 45min Gutachtertermin samt körperlicher Untersuchung, lässt sich mit einem ausführlichen Rehabericht über 4 Wochen Dauerbeobachtung und Therapien entgegensetzen etc.

Da kommt der Gutachter, der nur die Minuten Eures Gutachtens hatte, ganz schön ins Schwitzen, falls er, wie so manche, nur in seinem Wolkenkuckucksheim sitzt. In seiner Bedrängnis und legt sich Ausweichungen zu recht. Wenn er den juristischen Fragestellungen in deinem Fall dann antworten muss, kann ein gut vorbereiteter Anwalt ihn festnageln, oder seine als 100% tige Theorie als Theorie entlarven, die mit der Realität nur beschränkt zu tun hat. Wie z.B. die blasse Erläuterung: ein Bruch ist nach spätestens zwei Jahren ausgeheilt und dann kann da nichts weh tun, und wenn was weh tut dann liegt es an der Persönlichkeit. Ist nichts gebrochen kann da sowie so nichts schmerzen usw. und dann folgt der wissenschaftliche Erklärung: in der Regel. Das heißt es müsste dem Gutachter bekannt sein, dass es Ausnahmen gibt und jeder ein Einzelfall ist und er muss erläutern, warum du nicht die Ausnahme sein kannst. Meistens verfallen sie in die Verallgemeinerung, und das darf er nicht! Er muss seine Aussagen an deinem Fall nachweisen und begründen. Das fällt ihm in eigenen Worten aufgrund seiner Fehler immer schwerer und das ist deine Chance.

Also wenn ein Gutachter xy behauptet, kann dein Anwalt den tatsächliche Fakt dagegen setzen mit Nachweis samt Zeugen, er hat nur seine Behauptung und bleibt den Nachweis schuldig, wenn er jetzt andere Fälle heranzieht, sind und bleiben das andere, aber nicht dein Fall usw. Kommt er mit Literaturangaben und Studien, dann muss Zeit sein diese nachzulesen. Bei mir sagte einer z.B. das hat Sowieso in einer Studie nachgewiesen. Die war aber für Heckaufprall, bei mir war es aber eine Frontalkollision.

Das alles braucht Zeit zur Vorbereitung - man hat nicht jeden Tag die Kraft und Nerven dazu. Jedoch bietet dir dieser Zeitraum Luft gründlich zu sein, nachzufragen und zu forschen und deinen Anwalt mit Kampfmunition zu versorgen.

Kopf hoch, kämpfen lohnt, in kleinen Schritten - wie heißt es so schön: kannst du nicht wie der Adler fliegen, klettere nur Schritt für Schritt bergan, den wer die Gipfel mit Mühen erklamm, hat auch die Welt zu Füßen liegen.

LG Teddy
 
Zuletzt bearbeitet:

Rosi70

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#14
Hallo Teddy,

Vielen Dank für deine ausführliche Schilderung.

Ich bin schon kräftig dabei, meine vorhanden Befunde ect. durchzuarbeiten und alles Relevante zusammenzufassen und Argumente zu finden.

Die Schwierigkeit bei mir ist ... nachzulesen unter den Thema "Berufsunfähigkeitsversicherung weigert sich", wo wir vielleicht auch weiterschreiben sollten , um die Themen nicht zu verwechseln ... , dass vieles unvorhergesehen passieren kann, denn der SV bezieht sich in seinem Gutachten auf eine Ausgangsfrage des Richters, die schon nicht hätte gestellt werden sollen (ursächlicher Zusammenhang der Beschwerden).
Das Gutachten lässt aber vereinzelt daraufhin deuten, dass er nicht auf meiner Seite ist.
Bisher hat er meine BU nicht ausgeschlossen und meine Beschwerden nicht als Nicht-Vorhanden ausgesprochen, aber Äußerungen wie "übertriebene Schilderung", "buntes Beschwerdebild" und "Rentenbegehren" lassen darauf schließen, dass er meine Beschwerden nicht ernst nimmt.

Wichtig waren meinem Anwalt und mir, dem Richter klar zu machen, dass bei der BU-Beurteilung die Ursache nicht relevant ist und der Gutachter diesbezüglich neu befragt werden muss. Und das haben wir erreicht. Ob der SV bei der Befragung dann meine Beschwerden und Einschränkungen als nicht Vorhanden beurteilt, erfahren ich dann erst vor Gericht, sodass ich mich in alle Richtungen vorbereiten muss.

Teddy, dein Spruch gefällt mir.

LG

Rosi70
 

Marima

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#15
Hallo Rosi70

ich muss dir erneut widersprechen, das Gericht hat dem SV nicht aufgefordert ein ergänzendes Gutachten zu fertigen ob du zu 50% Berufsunfähig bist.
Es ist dein Recht den SV mündlich zu befragen, dieses hat das Gericht dir nun gewährt, ob du den SV zu der 50%tigen Berufsunfähig befragen darfst ist nicht sicher da das Gericht diese Frage nicht unter Beweis gestellt hat, ich halte das für Rechtsfehlerhaft deshalb wird dein Rechtsstreit vor dem OLG von Null beginnen.
Du solltest mit deinem wichtigsten ausführlichstem Schreiben darauf hinwirken, dass das Gericht den SV erneut schriftlicht auffordert ein ergänzendes Gutachten zu einer 50%tigen Berufsunfähig zu fertigen.

Das Gericht hat in seinen Terminkalender geschaut und dir einen Termin im Juli 2018 gegeben, voraussichtlich wird der Termin erneut nach hinten verschoben da er in die Urlaubszeit fällt.

Du bist erst in der ersten Instanz und der erste SV wird mündlich befragt, es kommt nicht auf ein paar Monate an, dein Rechtsstreit wird noch Jahre dauern (bei mir waren es 10 Jahre) ich kann dir zwar verstehen, aber es ändert nichts.

Der einstweilige Rechtsschutz ist für extreme Fälle gedacht wo Leute z.B. ihr Haus verlieren können, weil sie ihre Raten nicht mehr bezahlen können. Was dich betrifft, du befindest dich in der selben Lage wie vermutlich alle Leute die auf Berufsunfähigkeit klagen ( ich musste 10 Jahre Hartz 4 beziehen).

MFG Marima
 

Rosi70

Erfahrenes Mitglied
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#16
Hallo Marima,

ich weiß nicht, was ich sagen soll.

Ich bin hier im Forum, um mich auszutauschen, Tipps zu bekommen, Fehler zu vermeiden und auch auf Empathie zu stoßen, denn am Ende habe wir alle Ärger mit Versicherungen, Gutachter, Gerichten oder ähnliches und können einander am besten verstehen.

Ich würde mir von dir wünschen, dass du deine Kommentare so formulierst, dass sie nicht so negativ rüberkommen. Äußerungen wie "dein Rechtsstreit beginnt von Null", "der Termin wird erneut verschoben" und "der Rechtsstreit wird noch Jahre dauern" helfen mir in keinster Weise weiter und ziehen mich nur runter.

Statt Schwarzmalerei wünsche ich mir, auf Gefahren hingewiesen zu werden oder Tipps zu erhalten, die hilfreich sind.

Woher nimmst du das Wissen, dass ich den Gutachter nicht nach der Höhe der Berufsunfähigkeit befragen darf? Genau das haben wir beantragt; warum also sollte ich dies nicht fragen dürfen? Auf Grund dieses Antrags wurde der SV geladen. Ich glaube kaum, dass man mir diese Frage verwehren wird.

Wenn du auf Grund deines Verfahren, welches du ja glücklicherweise gewonnen hast, Erfahrungen gemacht hast und diese weitergeben kannst, dann ist das super, aber nicht jeder Fall ist gleich und kann auf die gleiche Weise gelöst werden.

Und nur weil du 10 Jahre von Harzt 4 leben musstest, was ich sehr bedauerlich finde, heißt es nicht, dass ich es auch muss.

Ich bin grundsätzlich ein sehr positiv denkender Mensch, aber zur Zeit fällt es mir sehr schwer.

Ein krebskranker Mensch ist sich dessen bewusst, dass er sterben könnte, aber möchte andere Optionen hören.
Und genauso geht es mir. Ich weiß, ich kann verlieren, aber von euch möchte ich hören, wie ich es schaffen kann, zu gewinnen. Verlieren kann
ich auch ohne eure Hilfe ;-)

Euch allen eine schönen dritten Advent

LG

Rosi70
 

HWS-Schaden

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Bei den Stadtmusikanten
#17
Hallo Rosi70,

auch wenn ich verstehe, insb. mit deinen Zitaten, was du meinst und was dich trifft,
finde ich deinen Angriff gegenüber #Marima ungerecht.
Marima hat durch alle Beiträge und Hilfen zuvor dir viel Unterstützung geboten,
sodass ich aus dem letzten Beitrag nicht folgern würde, er sei geschrieben, um dich runterzuziehen.
(Eine solche Absicht unterstellst du nicht explizit, aber die Wirkung kreidest du M. an.)
Der Blick auf die Seiten eines evtl. negativen Ausgangs gehört zur Realität dazu
und eine "rosarote Brille" schützt nicht davor (nicht dass ich dir eine unterstelle).
Du kannst ihn auch als Rat verstehen, dich vorzubereiten/einzustellen auf jede Form des Ausgangs.

Der Beitrag von zB #Teddy klingt vllt. empathischer, aber auch Teddy vermittelt dir Erfahrungen, die durch Negativerfahrungen gesammelt wurden, auch hier wurden 7 od 10 Jahre Verfahrensdauer komprimiert dargestellt.

Die Negativerfahrungen sollen dich nicht runterziehen.

Schlaf drüber,

LG
 
Zuletzt bearbeitet:

Rosi70

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
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Beiträge
406
#18
Guten Morgen HWS-Schaden,

ich habe drüber geschlafen und meine Meinung hat sich nicht geändert.

Keine Frage, ich bin Marima über jede Unterstützung und Hilfe dankbar.

Die rosarote Brille brauche und möchte ich nicht, da sind mir ehrliche Worte lieber. Trotzdem macht es einen Unterschied ... wohlgemerkt für den Betroffenen, denn ein Außenstehender kann häufig dies nicht so nachempfinden, wie der Betroffene ... , ob man Erfahrungen mitteilt und sagt, "dies oder jenes könnte auf dich zukommen" oder ob man sagt "dein Prozess beginnt von Null und dauert noch Jahre", ect. Dies sind Spekulationen.

Ich kann niemanden "zwingen" etwas zu ändern. Ich habe einfach nur den Wunsch geäußert dies, konstruktiver zu kommunizieren, weil diese Formulierungen auf mich eine runterziehende Wirkung hat.

LG

Rosi70
 

prowler

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202
#19
Hallo Rosi,
@Marima hat dich darauf hingewiesen, dass in der nächsten Instanz (OLG) die Tatsachen erneut nach der Amtsermittlungspflicht geprüft werden müssen (was absolut richtig ist) - und das hat sie mit “ fängt von Null an“ gemeint. Ihre, meine und die Erfahrungen der meisten hier, sprechen des weiteren für eine (relativ) lange Verfahrensdauer - darauf solltest du dich lediglich einstellen. Spekulativ wäre es eher, dir (falsche) Hoffnungen zu machen, dass es bei dir schnell und reibungslos ablaufen wird. Ich bin mir gaaaaannz sicher, dass auch @Marima auf deiner Seite steht und dir den schnellstmöglichsten Erfolg wünscht!
LG Prowler
 

Rosi70

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
14 Nov. 2014
Beiträge
406
#20
Hallo Prowler,

das Schreiben hier im Forum hat einen entscheidenden Nachteil ... wir kennen uns nicht.

Ich habe großen Respekt vor denen, die ihr Gefühlsleben hier mitteilen. Intuitiv stellen wir uns darauf ein, weil jeder von uns Mitgefühl hat. Von allen anderen wissen wir nicht, in welcher Verfassung sie sich befinden.
Worte könnten falsch verstanden werden und viel anrichten und sollten gerade aus diesem Grund, bewusst gewählt werden.
Angenommen ich bin bedingt durch die gesundheitliche Situation bereits psychisch angeschlagen und weiß durch die aktuellen Ereignisse nicht mehr, wie es weiter gehen soll .... welche Auswirkungen haben dann bestimmte Aussagen?

Vielleicht bin ich durch meine therapeutische Tätigkeit und meiner jahrelangen Arbeit als Notfallseelsorger für solche Themen sensibilisierter, aber ich finde, dass wir achtsam mit uns selbst und respektvoll miteinander umgehen sollten.
Achtsam bin ich mit mir selbst, indem ich einen Wunsch geäußert habe ... nicht mehr und nicht weniger ... es war auch nicht als Kritik gedacht.

LG

Rosi70