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Facettendenervierung bei HWS-Schäden / Schleudertrauma?

Rudinchen

Erfahrenes Mitglied
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#1
Hallo,

hat jemand schon mal o. g. Maßnahme gemacht bekommen bei Kopfschmerzen/Nackenschmerzen nach einem Schleudertrauma:

http://www.sportklinik-stuttgart.de/de/kompetenzen/wirbelsaeule/therapie-chron-rueckenschmerzen/

(Muss nicht in Stuttgart stattgefunden haben, aber auf dieser Webseite war das ganz schön erklärt)


Welche Erfolge hat es gebracht? Hat es überhaupt geholfen oder ist bei instabiler HWS davon sogar abzuraten?

Würde mich über etliche Erfahrungsberichte freuen!

Viele Grüße, Rudinchen
 

xgreek69x

Erfahrenes Mitglied
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#3
Hallo Rudinchen,

hab´ bisher nicht geantwortet, weil ich dir nur bedingt weiterhelfen kann.

Ich hab´s schon mal gemacht, allerdings an der LWS.

Ist jetzt nix angenehmes, aber auch nix soooo furchtbar schlimmes... wenn´s richtig gemacht wird.
Ich werd´s wahrscheinlich wiederholen, obwohl´s beim ersten Mal fast nix gebracht hat... war zu spät (Schmerzgedächtnis).

Hab´ noch nie gehört, dass davon abzuraten wäre. Wenn´s denn klappt verspricht es auf jeden Fall eine ganze Weile Schmerzfreiheit, oder zumidest Schmerzarmut und eine Erholung, insbes. weil man dann ja endlich mal wieder ohne Medis leben kann.

Wieso meinst dass davon abzuraten sein könnte?

Gruß
greek
 

Rudinchen

Erfahrenes Mitglied
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2,037
#4
Hallo greek,

danke für deine Antwort. Ich dachte eigentlich nur, dass es evtl. auch Schaden anrichten kann, gerade in der sensiblen HWS, wenn irgendetwas schief geht.

Leider kenne ich mich da ja auch nciht gut aus, habe nur davon gelesen, auch, dass es anderen schon geholfen hat. Bisher hat es kein Arzt vorgeschlagen ... Aber vielleicht wäre das ja mal eine Option, um das Schmerzgedächtnis auszutricksen? Lt. Webseite soll es ja bei 80 % der Patienten dauerhaft helfen - und das ist doch mal eine ziemlich hohe Anzahl ... Nur wie viele Menschen davon HWS-Schmerzpatienten sind, weiß ich halt auch nicht...

Viele Grüße, Rudinchen
 

xgreek69x

Erfahrenes Mitglied
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#5
Hey Rudinchen,

ich denke einen Versuch ist es Wert, denn dein Einwand
dass es evtl. auch Schaden anrichten kann, gerade in der sensiblen HWS, wenn irgendetwas schief geht
trifft auf vieles zu ;)

Ich gebe dir in so fern Recht, dass die HWS besonders "heikel" ist, weil sie "verdammt weit oben" sitzt und ab Hals abwärts querschnittsgelähmt ist ganz schön besch....eiden...

Das ist auch der Grund weswegen ich mir an der HWS, trotz "Indikation" und ärztlicher Empfehlung nicht herumoperieren lasse.... selbst wenn nur einer von 10000 dabei eine Querschnittlähmung erleidet, dann will ich dieser eine nicht sein!

Bei der Kryo muss da schon ein Metzger dran um dich "ernsthaft" zu verletzen ... m. M. nach.

Der geht zwar direkt an den Nerv, aber eben nur mit einer Sonde. Die ist halt nicht sooooo dick. Und er geht (theoretisch zumindest) nur bis an den jeweiligen Nerv. Um dich da ernsthaft zu schädigen muss er schon "stolpern", auf die Sonde drauf fallen und dir die selbige ins Rückenmark "rammen" :D
Kann theoretisch passieren, halte ich aber für seeeeeeeeehr unwahrscheinlich ;)

Vom Risiko her halte ich es für ähnlich unriskant wie eine Wurzelblokade oder Spritze.

Gruß
greek
 

Rudinchen

Erfahrenes Mitglied
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2,037
#6
Hallo greek,

danke für deine Einschätzung! Was mich wundert, ist, dass diese Methode von einigen Ärzten auch für die HWS empfohlen wird - lt. versch. Berichten gibt es eine "Erfolgsquote" von bis zu 80%, die Schmerzen dauerhaft zu heilen bzw. wenigstens dauerhaft abnehmen zu lassen.

Mir ist es rätselhaft, warum bisher kein Schmerzarzt, Orthopäde, usw. auf diese Möglichkeit auch nur hingewiesen hat Deshalb dachte ich, dass es mit sehr hohen Risiken verbunden sei.

Werde mich evtl. mal umtun, ob und wo es eine solche Therapie bei uns in der Nähe gibt und mal hören, was der "Fachmann" dazu sagt und wie der die Nutzen bzw. die Gefahr einschätzt.

Viele Grüße, Rudinchen
 

wurzlpurzl

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687
#7
Hallo Rudinchen,
ich hatte eine Behandlung der Facetten - und es ging mir nicht gut!
Hinterher hatte ich an der Uniklinik Ulm erfahren, dass es wohl 2 Verfahren gibt: Injektionen direkt an den Nerv in den Facetten, und welche in die Facetten drumrum.
Sie werden nur unter Röntgen oder CT gemacht. Und es gibt verschiedene Stoffe. Am üblichsten ist Cortison, aber auch was planzliches. Aber Vorsicht! Es ist immer eine Beimischung eines Betäubungsmittels dabei. Und das habe ich überhaupt nicht vertragen.
Wenn du es versuchen willst, dann sag bitte ohne Betäubungsmittel. denn dadurch werden die Muskeln der HWS total lahmgelegt und es kommt bei lädierten Bändern zu Rückenmarksproblemen.
Beim ersten mal bin ich zusammengeklappt und musste ewig liegen. Lies es in einer ambulanten Klinik machen. Erst Stunden später konnte ich mit dem Bus heimfahren. Mir war es tagelang übel und hatte ständig Ohnmachtsanfälle. Da es hiess, bei der pflanzlichen Substanz würde es zuerst schlechter werden, wollte ich nicht aufgeben. Nach dem 3. mal lies man das Betäubungsmittel dann weg (als ich davon erfuhr) und ich vertrug es besser. Aber es hat mir keine Besserung verschafft, und dann hat der Arzt es vorzeitig beendet.
Mir ging es Monatelang schlecht. Aber ich weiss, dass es Anderen schon geholfen hat. Nur es muss dann immer wieder wiederholt werden, je nachdem wie lange die Schmerzbefreiung anhält.
 

sachsblau

Erfahrenes Mitglied
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1,407
#8
Hallo zusammen,

ich will mich jetzt doch mal hier zu Wort melden, da ich glaube, dass es begrifflich etwas durcheinander geht.

Das was wurzlpurzl beschreibt, ist eine Periradikuläre Therapie (kurz PRT, auch Facetteninfiltration genannt). Hier wird eine Mischung aus Cortison und einem Betäubungsmittel unter CT-Kontrolle gespritzt. Diese Methode wird angewandt, wenn beispielsweise durch Bandscheibenveränderungen oder auch Verschleißerscheinungen ein Nerv bedrängt wird und es dadurch z.B. zu Beschwerden in Armen oder Beinen kommt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Periradikuläre_Therapie

Eine solche Behandlung habe ich hinter mir, da ich von der HWS ausgehend Schmerzen, Taubheit und Bewegungseinschränkungenim Arm und der Hand habe.
Sie hat mir kurzzeitig Linderung verschafft, nämlich dann, wenn das Betäubungsmittel noch wirkte. Manchmal auch noch den nächsten Tag, dann hat die Wirkung nachgelassen. Insgesamt hatte ich nach den insgesamt fünf Behandlungen eine leichte Besserung für ca. ein halbes Jahr gebracht. Danach war alles beim Alten.

Wenn ich Rudinchen richtig verstanden habe, dann meint sie jedoch keine PRT-Behandlung, sondern die Behandlung der Facettengelenke mittels Wärme bzw. Kälte (eine Denervierung, wie es im Namen bereits steht). Die Nerven werden bei diesen Verfahren "verödet". Soweit ich weiß, gibt es hier eine gute Erfolgsrate bei der Behandlung. Allerdings hält die Wirkung auch hier nicht für immer an. Nerven regenerieren sich, sodass auch diese Therapie ggf. wiederholt werden muss.
http://www.okm.de/neu/index.php?option=com_content&view=article&id=498&Itemid=669

Hier noch ein Erfahrungsbericht aus einem anderen Forum:
http://www.diebandscheibe.de/ibf/lofiversion/index.php/t52499.html


Mich persönlich würde diese Behandlungsmethode auch sehr interessieren und vor allem, welche Klinik gute Erfahrungen darin vorzuweisen hat.

Viele Grüße
sachsblau
 

Sekundant

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#9
Hallo Rudinchen, hallo wurzlpurzl,

soweit mir das mal erklärt wurde, ist das ganze ein Mix aus Medikamenten, u.a. Cortison. Das Betäubungsmittel sollte man ansprechen, wenn bekannt ist, dass man darauf allergisch reagiert.

Ich hatte mir von dem Eingriff einiges versprochen, gebracht hat es leider nix.

Obwohl der Eingriff keine grösseren Probleme darstellte, sind damals auch einige Leute umgekippt - aber bei der Vorbereitung (war so ne Massenabfertigung). Im Nachhinein war es halb so schlimm.
Die Übelkeit kam wohl auch von der Umgebung und dem Ungewissen, was da so auf einem zukommt.

Wenn du es versuchen willst, dann sag bitte ohne Betäubungsmittel. denn dadurch werden die Muskeln der HWS total lahmgelegt und es kommt bei lädierten Bändern zu Rückenmarksproblemen.
Hast Du da nähere Information? Bist Du evtl. darüber sogar aufgeklärt worden?

Bei mir lag/liegt ja dieser Umstand (Bandzerreissung) vor, das war zu dem Zeitpunkt nur noch nicht bekannt, weil wie immer lieber mal zu wenig Aufklärung betrieben wurde.
Wäre für Hintergründe und schriftliche Nachweise sehr dankbar.


Gruss

Sekundant
 

maja

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#10
Hallo,

Hab hier etwas Interessantes gefunden.

Denervierung der Facettengelenke

Unter Denervierung versteht man in der Medizin, das Trennen eines Körperteils
(hier die Facetten) von den Nerven.
Man unterscheidet:

chemisch, z.B. mit Botulinum – Toxin
durch Vereisung (Kryotherapie)
durch Hitze (Thermokoagulation)
chirurgisch durch Trennung der Schmerzfasern

Bei der Facettenarthrose wird, nach vorheriger erfolgreicher Blockade der Facetten mit Lokalanästhetikum und Cortison, meist eine Kryotherapie oder eine Thermokoagulation durchgeführt.

Kryotherapie:

Ziel der Kryotherapie ist es, die Weiterleitung des Gelenkkapselschmerzes zu unterbrechen, indem Schmerzfasern ausgeschaltet werden.

Mit einer Kryosonde wird Kälte an die peripheren Nerven der Gelenkkapseln geführt (-50°C an der Sondenspitze). Dabei wird nicht das Bindegewebe des Nervs, sondern nur die Myolinhülle des Nervs vereist und somit dauerhaft betäubt. Vereiste Nervenfasern regenerieren sich, wodurch die Wirkungsdauer auf ca. 6–18 Monate begrenzt ist. Bei Bedarf kann die Kryotherapie mehrfach angewendet werden.

In der Regel erfolgt die Kryotherapie an mehreren Stellen, weil meist diverse Wirbelgelenke betroffen sind.
Die Kryotherapie zeichnet sich durch gute Verträglichkeit aus, da keine weiteren Medikamente benötigt werden. Darüber hinaus ist die Behandlung äußerst komplikations- und schmerzarm. Bei optimalen Bedingungen kann eine Schmerzlinderung von bis zu 90% erreicht werden.

Thermokoagulation:

Ziel der Thermokoagulation ist wie bei der Kryotherapie, die Weiterleitung des Schmerzes zu unterbrechen und so zu einer Schmerzfreiheit oder zumindest Schmerzarmut zu kommen.

Nach einer örtlichen Betäubung wird an das zuvor ermittelte Facettengelenk eine nadelförmige Thermosonde herangeführt. Nun kann die Sondenspitze kontrolliert auf bis 80°C erhitzt werden. Es kommt dadurch zu einer lokalen Denervierung, es wird also eine anhaltende örtliche Betäubung erzielt.

Laut Literatur kann mit einer Schmerzfreiheit/armut von 6 – 18 Monaten gerechnet werden.

Die Thermokoagulation kann wiederholt werden.

Wie bei allen konservativen Verfahren setzt auch die Denervierung die Mitarbeit des Patienten voraus. Eine weitere tägliche Absolvierung des Muskelaufbau/ Rückenprogramms sind unabdingbar.

Quelle: http://www.diebandscheibe.de/wissen/37/131-denervierung-der-facettengelenke.html

VG
maja
 

Rudinchen

Erfahrenes Mitglied
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#11
Hallo,

ja, genau das meinte ich: Denervierung durch Vereisung (Kryotherapie) oder durch Hitze (Thermokoagulation)

Im Netz findet man etliche Berichte darüber, meist aber über Abschnitte weiter unten in der Wirbelsäule. Berichte über die HWS habe ich nur "theoretische" gefunden, also von Ärzten, Kliniken usw. Deshalb hätte ich gerne mal was von einem Betroffenen gehört.

Mein Sohn bekommt vom Orthopäden seit etlicher Zeit eine Neuraltherapie (hier wird auch ein Betäubungsmittel gespritzt: Prokain). Diese Therapie wirkt halt ganz gut, solange die Betäubung anhält. Deshalb meine Idee, es mal mit einer Facettendenervierung zu probieren, die ja evtl. sogar dauerhafte Erfolge hat. Aber: natürlich nur, wenn es nicht zu weiteren bzw. schlimmeren Schäden kommt!

Deshalb würde mich eben interessieren wer es mit gutem Erfolg wo hat machen lassen ...

z. B. macht das auch das Grönemeyer-Institut in Zusammenarbeit mit etlichen Krankenkassen (hier heißt es Mikrotherapie):

https://www.groenemeyer-institut.com/home/das-institut/kooperierende-kassen/

Und hier noch eine kleine Info:

"Gezielt mit der Facettendenervierung vorgehen

Bei einem neueren Verfahren, der invasiven Thermokoagulation oder auch Facettendenervierung, lassen sich die Schmerzen gezielt ausschalten. Bei der Facettendenervierung werden die Schmerzen im Rücken mit Hitze bekämpft. Dieses geschieht unter Betäubung: es wird eine Hochfrequenz Hitzesonde mit einem kleinen Stich zu der schmerzenden Nervenwurzel geschoben. Bei der Facettendenervierung kommt ein digitales Röntgenverfahren zum Einsatz, das den Ärzten dann ein hochauflösendes, bewegtes Bild der Hitzesonde zeigt. Wenn bei der Facettendenervierung die Sonde dann an der richtigen Stelle sitzt, wird die Spitze langsam und mit hochfrequenten Schwingungen erwärmt. Dadurch werden die Nervenfasern verödet, und die Schmerzleitung ist dauerhaft unterbrochen. Die Vorteile bei der Facettendenervierung gegenüber einer Operation sind für den Patienten, dass er keiner medikamentösen Belastung ausgesetzt ist und dass mit dem ambulanten Verfahren eine gezielte und lange Wirkung erreicht wird. Der durchschnittliche Erfolg liegt bei ca. 80%."
http://www.rueckentraining-uebungen.de/behandlungsmethoden.html

Irgendwie hört sich das so gut kann - ich kann es aufgrund der bisher gemachten Erfahrungen nur nicht glauben, dass es so "einfach" sein sollte, zu einer evtl. dauerhaften Schmerzbefreiung zu kommen. Und wundere mich deshalb, weil das bisher noch kein Arzt - auch nicht der Schmerztherapeut - vorgeschlagen hat!

Viele Grüße, Rudinchen
 

sachsblau

Erfahrenes Mitglied
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#13
Hallo Rudinchen,

ich nochmal.
Hattest Du meinen Eintrag gelesen? Eine Facettendenervierung kann wohl sehr gut helfen bei entsprechenden Beschwerden, aber es ist keine Maßnahme, die für immer Linderung verschafft. Die Nerven regenieren sich mit der Zeit, sodass die Symptome irgendwann wiederkommen und die Therapie wiederholt werden muss. Aber die Methode scheint allemal besser wirksam als die Infiltrationen mit Cortison und Betäubungsmitteln.

Auch mich würden Erfahrungsberichte und gute Arzt- bzw. Klinik-Adressen für eine solche Behandlung interessieren. Würde mich freuen, wenn sich Betroffene, sofern es sie hier gibt, zu Wort melden würden.
Schon jetzt DANKE dafür.


Viele Grüße
sachsblau
 

xgreek69x

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#14
Hallo zusammen,

das meiste wurde schon geschrieben / richtig gestellt....
allerdings:
ja, genau das meinte ich: Denervierung durch Vereisung (Kryotherapie) oder durch Hitze (Thermokoagulation)
FINGER WEG von der Thermokoagulation!
Diese kann zu Vernarbungen führen und zwar naturgemäß.... DIREKT AM NERV = irreversibler Dauerschaden!

Bitte, bitte nur die Kryo!

Übrigens: ganz ohne Betäubungsmittel geht es hierbei natürlich nicht, denn das einführen der Sonde bis an den Nerv, mit anschließender Vereisung durch "Tiefkühlung" :D wäre ohne Betäubung nicht zu ertragen (auch wenn es einige Metzger-Neurochirurgen so machen:eek:).
Immerhin wird diese Sonde auf rund -60-70 Grad Celsius heruntergekühlt und ca. 20-60 Sekunden dort gehalten!
Ohne Betäubung? AUA! ;)

Aus diesem Grund, aber auch um auch zu sehen, ob es Sinn macht, wird normalerweise vorher mindesten einmal eine Probespritze in Form einer Facetteninfiltration gegeben.
1. weiß man dann um die Verträglichkeit und
2. nur wenn diese Spritze einen Effekt bringt, kann die Indikation für die Kryo überhaupt gegeben sein.

Gruß
greek
 
Zuletzt bearbeitet:

sachsblau

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#15
Hallo xgreek69x,


vielen Dank für Deinen Hinweis, keine Thermokoagulation vornehmen zu lassen. Das finde ich sehr hilfreich und wichtig.
Hast Du selbst eine derartige Behandlung bei Dir machen lassen? Wenn ja, mit welchem Erfolg?

...und natürlich, ganz ohne Betäubungsmittel geht es nicht. ;)
Ich wollte damit nur sagen, dass die eigentliche Behandlung bei einer Denervierung nicht darin liegt, Cortison und Anästetikum zu spritzen wie bei einer Infiltration.


Viele Grüße
sachsblau
 

xgreek69x

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#16
Hallo scahsblau,

Ich wollte damit nur sagen, dass die eigentliche Behandlung bei einer Denervierung nicht darin liegt, Cortison und Anästetikum zu spritzen wie bei einer Infiltration.
Danke dass du das noch einmal auf den Punkt bringst - so hatte ich es auch verstanden und so hatte ich meinen Beitrag auch gemeint ;)

Und ja, wie ich schon in Beitrag Nr. 3 geschrieben habe:
Ich hab´s schon mal gemacht, allerdings an der LWS.

Ist jetzt nix angenehmes, aber auch nix soooo furchtbar schlimmes... wenn´s richtig gemacht wird.
Ich werd´s wahrscheinlich wiederholen, obwohl´s beim ersten Mal fast nix gebracht hat... war zu spät (Schmerzgedächtnis).
War halt ein paar Wochen ganz ok... hatte nur einen leichten, seltsamen Druckschmerz von der OP und kam fast ohne Medis aus. Nach der zweiwöchigen postoperativen Schonzeit, setzten die Schmerzen nach Belastung aber sehr bald wieder voll ein.
Allerdings hatte der Doc sich damals auch nicht getraut mehrere Abschnitte gleichzeitig zu machen, weil allein an der LWS vier Gelenke (mal zwei Seiten, also acht Einstiche) sind... er meinte es wäre zu viel wenn wir die BWS mitmachen würden... da hab´ ich dann auch garnicht erst nach der HWS gefragt, zumal die damals auch noch nicht sooo akut war. Das war ein Fehler wie ich glaube, weil die Schmerzen in der BWS unbehandelt blieben -> weiterhin Schon- / Fehlhaltung in der BWS -> Fehlhaltung der ges. WS -> schnelleres Rezidiv auch in der LWS... meine bescheidene laienhafte Meinung. :cool:
Gruß
greek
 

sachsblau

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#17
Hallo xgreek69x,

vielen Dank für die zusätzlichen Informationen. Ich denke, Deine "laienhafte Meinung" ist korrekt. Fehlhaltungen bzw. Fehlstellungen in einem Wirbelsäulenabschnitt können sich auf alle anderen ebenfalls auswirken, auch auf Becken und Beine beispielsweise.

Wurde die Behandlung bei Dir ambulant oder stationär durchgeführt? Würdest Du wieder in die gleiche Klinik gehen? Hast Du für uns anderen einen Tipp, wer gut ist, diese durchzuführen?
Und von wem wurdest Du dorthin überwiesen? Wer hatte bei Dir die Idee, dass das helfen könnte?
Auch bei mir ist bisher keiner auf die Idee gekommen, es mit einer Denervierung zu versuchen, obwohl die PRT-Behandlungen kurzzeitig immer etwas Linderung verschafft haben - zumindest, was die Beschwerden im rechten Arm anbelangt.


Viele Grüße
sachsblau
 

Rudinchen

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#18
Hallo,

danke - ihr habt das gut auf den Punkt gebracht u. danke auch für den Hinweis auf die Thermokoagulation.

Meine Überlegungen gingen eben auch dahin, dass evtl. das Schmerzgedächtnis, das durch die gereizten Nerven entstanden ist, auch für die Zukunft "ausgeschaltet" werden könnte, wenn solch eine Behandlung erfolgt. Vielleicht erholt sich ja der Nerv nach einigen Monaten Schmerzfreiheit?

Meine Überlegung war, dass evtl. direkt durch den Unfall geschädigte Nerven sich "beruhigen" könnten. Nerven, die natürlich durch die immer noch andauernde Instabilität weiter gereizt werden, werden mit Nachlassen der Wirkung wahrscheinlich wieder schmerzen ...

Aber - mit ganz viel Hoffnung - hat man hinterher evtl. dauerhaft weniger Schmerzen als vorher?

Wahrscheinlich ist es aber wie mit vielen versch. Therapien: Hinterher weiß man erst, was es gebracht hat ...

Schade, dass sich hier keiner meldet, der es aus eigener Erfahrung an der HWS mal erlebt hat ...

Viele Grüße

Rudinchen
 

xgreek69x

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#19
Hallo sachsblau,

die Antworten in Kürze, weil "Aua" heute ziemlich intensiv... :(

1. ambulant mit anschließender Ruhephase von ein paar Stunden. Sollte danach nicht selbst Auto fahren und habe mich entsprechend abholen lassen.
2. ja, werde (nicht nur "würde";)) wieder in die gleiche Klinik gehen
3. die Klinik ist in der Nähe von Dortmund. Näheres wegen aktuellem Verfahren vor dem LG und Angst davor, dass "der Feind" Rückschlüsse zieht wer ich bin, nur per PN an Mitglieder, die mir vertrauenswürdig erscheinen und bei denen aus dem Profil ersichtlich ist, dass Dortmund eine Option für sie sein könnte... sorry
4. Die Idee hatte erst der dritte Orthopäde bei dem ich war... selbst mein HA hatte die Idee nicht.... leider! Hätte mich jmd. früher auf die Idee gebracht, würde es mir heute vielleicht besser gehen.
Ich weiß allerdings nicht warum! Denn wenn ich die Doc´s im nachhinein darauf angesprochen habe, dass ich das hab´ machen lassen, fanden es alle gut! :confused:
Also kennen alle die Methode wohl und finden sie auch gut, aber keine empfiehlt sie? Komisch ist das schon...
Gruß
greek
 
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46
#20
Guten Morgen. Ich möchte mich nun auch mal zum Thema äußern und würde mich über eine Einschätzung sehr freuen. Seit fast 1,5 Jahren hab ich eine hohe Druckempfindlichkeit am Hinterkopf, die auf eine Okzipital Neuralgie hindeutet. Ich habe bereits zig Ärzte besucht, war damit 2 mal im Krankenhaus, CT und MRT wurden jeweils gemacht, doch keiner kam auf die Idee, dass es sich um eine Okziptal Neuralgie handeln könnte. Seit ca. 6 Monaten gehe ich zur Physiotherapie und hab bereits 2 mal die Praxis gewechselt, da ich ständig nur massiert wurde. Dies half temporär für max. 1 Tag. Mittlerweile habe ich jedoch eine neue Praxis gefunden, die mit mir Übungen für den HWS Bereich durchführt, die ich auch zu Hause ausüben kann.

Anfangs waren die Schmerzen am Hinterkopf unerträglich und gingen mit massivem Schwindel, Sehstörungen und Übelkeit einher. Der Schwindel ist leider nach wie vor vorhanden, doch zum Glück nicht mehr so extrem wie es noch vor einigen Monaten war. Leider besteht die Druckempfindlichkeit am Hinterkopf jedoch immer noch. Bei einer der Übungen in der neuen Physio Praxis vor einigen Tagen sollte ich mich auf den Rücken und auf den Hinterkopf legen. Als ich von der Matte aufstand, gingen mir aufgrund des Schmerzes und des Schwindels fast die Lichter aus und ich wäre fast ohnmächtig geworden.

Ich will endlich wieder ins Berufsleben einsteigen und bin gewillt so ziemlich alles zu tun um wieder halbwegs fit zu werden. Würde diese Verödung denn helfen ? Mir fehlen diesbezüglich jegliche Erfahrungswerte und es ist das erste mal in meinem Leben das ich eine derart langwierige Erkrankung habe. Von den Ärzten bin ich überwiegend enttäuscht, da fast jeder im Dunkeln tappte. Selbst eine komplette neurologische Abteilung im Krankenhaus, in dem ich wie gesagt 2 mal war. Dort liefen fast nur Assistenzärzte rum, die kaum Erfahrung hatten. Ich wäre daher für jede Meinung und jeden Tipp sehr dankbar.

Vielen Dank und viele Grüße