• Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
  • Herzlich Willkommen beim Forum für Unfallopfer, der größten Gemeinschaft für Unfallopfer im deutschsprachigen Raum.
    Du besuchst unser Forum gerade als Gast und kannst die Inhalte von Beiträgen vieler Foren nicht lesen und so leider nützliche Funktionen nicht nutzen.
    Klicke auf "Registrieren" und werde kostenlos Mitglied unserer Gemeinschaft, damit du in allen Foren lesen und eigene Beiträge schreiben kannst.

mir schwirrt der Kopf

Sabine1313

Neues Mitglied
Registriert seit
31 Jan. 2015
Beiträge
24
#1
Hi,
ich wurde am 01.04.2015 von der Rentenversicherung zur Neurologischen und psychiatrische Begutachtung geschickt. Folgende gesundheitlichen Mängel habe ich:
Chron. Schmerzstörung mit körperlichen und seelischen Faktoren
Angst- und Panikstörungen
Wundheilungskomplikationen der l. Hand (Arbeitsunfall, Feb. 2012, Morbus Sudeck II) und des linken Fußes (Op, Mai 2005, Morbus Sudeck II) und der rechten Schulter (OP, Jan. 2013, verdacht auf Morbus Sudeck)bei Z. n. Quetschtrauma bzw. Operation
Allergisches Asthma bronchiale
Lungenarterienembolie bds. Z. n. Schulter-Op re.
Diese Mängel wurden in Feb. 2015 bei der Begutachtung durch das Arbeitsamt festgestellt. Mit der Feststellung täglich weniger als 3 Stunden und voraussichtlich über 6 Monate!
Ich habe schon eine Ablehnung durch die Rentenversicherung und habe Widerspruch mit dem SoVD eingelegt. Jetzt diese Begutachtung, wo ich nicht weis was ich davon halten soll. Der Gutachter sagte nach 10 Min. das ich nicht, den Eindruck erwecke, dass ich physische Probleme habe. Bezüglich des Morbus Sudeck sagte er, dass er die Rentenversicherung darüber informiert, dass das nicht ganz seine Fachrichtung ist. Was soll man von so einer Begutachtung halten:confused:
Ich bin nach 78 Wochen (Arbeitsunfall Fe. 2012) im November 2014 von der Krankenkasse ausgesteuert worden. In meinem alten Betrieb habe ich 28 Jahre gearbeitet.
Gruß
Sabine
 

Rolandi

Aktiver Sponsor
Registriert seit
16 Okt. 2012
Beiträge
1,355
#2
hallo sabine,

wie lange hat die Untersuchung insgesamt gedauert - du schreibst von 10 Min. was - war das ALLES

Welche Test hat diese Psychologe angewandt um nach 10 Min. seine gesicherte Diagnose zu bekommen?

EVT. kannst du den Namen des Gutachters nennen und man kennt dem hier bereits als Befangen.

Ich hoffe du bist mit einem Zeugen dort gewesen, so dass du dann Widerspruch gegen das Gutachten anfertigst und evtl. schon jetzt eine Beschwerde und Befangenheit ausprichst

Hast du einen Rechtsanwalt?

War es ein Verkehrsunfall oder Arbeitsunfall - Wie ist der Sachstand dort - Was wurde anerkannt - hast du Verschlechterungsantrag gestellt - muss die Hapflichtversicherung zahlen?
 

Sabine1313

Neues Mitglied
Registriert seit
31 Jan. 2015
Beiträge
24
#3
Hi,

es gab noch eine Voruntersuchung durch die Schwester. Ich habe zur Messung der Nervenströme eine Haube aufbekommen. Als Test habe ich im Wartezimmer ein Fragebogen mit mir zum größten Teils unbekannten Wörtern zum ankreuzen bekommen. Ich Frage den Arzt, ob mein Mann bei der Untersuchung mit dabei sein dürfte, aber er verneinte es uns sagte, bei bedarf werden wir ihn holen. Die Untersuchung mit dem Dok. hat 10 Min gedauert!

Den Namen des Dok. werde ich jetzt noch nicht nennen, da das Verfahren noch läuft. Die Untersuchung war in Bremerhaven. Ich habe einen Anwalt und bin auch mit dem Vorgang beim SoVD. Der Arbeitsunfall wurde von der BG mit 30% bewertet und ich bekomme eine kleine Rente. Bei der BG bin ich aus gesundheitlichen Gründen ausgesteuert.
Gruß
Sabine
 

Wolle53

Mitgliedschaft beendet
Registriert seit
11 Mai 2014
Beiträge
1,136
Ort
Niedersachsen
#4
Hallo Sabine1313,

erst einmal herzlich Willkommen hier im Forum für Unfallopfer.

Da sieht es bei dir nicht anders aus wie bei vielen hier, nach 78 Wochen ausgesteuert worden damit bist du mit weniger als 3 Stunden täglichen Arbeitseinsatz erst einmal nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt zu vermitteln. Was mich aber wundert du schreibst für erst einmal voraussichtlich 6 Monate.
Hier sehe ich allerdings Handlungsbedarf den du nur über einen sich in der Medizin auskennenden RA einholen kannst. Dieser kann dir auch über deine weiteren Möglichkeiten (fristgerechten Widerspruch einlegen) Auskunft geben.
Du hast ja einen AW hoffe für dich das sich dieser auskennt.

Ach ja in ca. 10 min. kann kein vernünftiges Gutachten erstellt werden unmöglich also nutze den Widerspruch.

Ich wünsche dir viel Erfolg und bleib ruhig für alles mußt du nun mit einem längeren Zeitaufwand rechnen.

Gruß Wolle
 

Sabine1313

Neues Mitglied
Registriert seit
31 Jan. 2015
Beiträge
24
#5
Ich habe jetzt mein Gutachten von Herrn Dr. Gravenhorst, Bremerhaven bekommen. Das Gutachten hat sachliche und fachliche Mängel in der Beschreibung. Dort werden Datum Unfall falsch angegeben, Sachverhalte werden gravierend vertausch. Das ist mal ein Gutachter, der voll für die DRV ist. Ich werde nach dem Eingang "Bescheid DRV" über den SoVD klage einreichen!

Kennt jemand den Gutachter:

Dr. Gravenhorst, Bremerhaven

fachliche Information auch unter:

http://www.fluechtlingsrat-bremen.de/wp-content/uploads/Info-2011-Nr2.pdf

auf Seite 5 1. Abschnitt

Gruß
 

Rajo1967

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
9 Okt. 2013
Beiträge
2,612
Ort
MV
#6
Hallo Sabine,

meine Frau hat das gleiche Spiel mit der DRV Bund. Nur der kleine Unterschied, das sie Ende 2011 schon nach 78 Wochen ausgesteuert wurde, Antrag auf EM Rente Anfang 2012 gestellt und seit über 2 Jahren vor Gericht. Dann April 2013 noch nen schweren VKU.

Den Gutachter selber kenne ich nicht, aber gesellt sich in die Reihe der Gutachter bei der DRV die wir so kennen gelernt haben. Also Kopf hoch und durchhalten, es stellt sich sowieso die Frage warun nicht gleich die Gerichte über einen Antrag auf EM-Rente entscheiden.
Nach meinem Wissen wird im Moment noch mehr als früher abgelehnt.
 

Wolle53

Mitgliedschaft beendet
Registriert seit
11 Mai 2014
Beiträge
1,136
Ort
Niedersachsen
#7
Hallo Rajo1967,

Zitat:
Nach meinem Wissen wird im Moment noch mehr als früher abgelehnt.

Genau dies hatte mir mein Arzt auch gesagt und auch die % werden immer weiter nach unten korrigiert.
Nicht aufgeben weiter kämpfen, wir schenken diesen......... nichts.

LG
Wolle
__________________
 

Sabine1313

Neues Mitglied
Registriert seit
31 Jan. 2015
Beiträge
24
#8
Hallo,
jetzt habe ich Offizial von der Rentenkasse meine Ablehnung bekommen und über den SOVD eine klage eingereicht.
Leider habe ich jetzt auch noch Fibromyalgie zu meinen ganzen anderen Sachen bekommen und werde damit ende August, ins Krankenhaus gehen. Dort werden Sie probieren es einzustellen, soweit es geht.
Aber der Gutachter ist der Meinung, dass alles gut ist. Die Rechtslage in unserem Land ist schon etwas verdreht.
 

Hotte

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
5 Nov. 2014
Beiträge
456
Ort
Schleswig-Holstein
#9
Hallo,
jetzt habe ich Offizial von der Rentenkasse meine Ablehnung bekommen und über den SOVD eine klage eingereicht.
Die Rechtslage in unserem Land ist schon etwas verdreht.
Hallo Sabine,wie Rajo schon schrieb eigentlich können ja gleich die Gerichte über die EMR entscheiden,für mein befinden ist die Rechtslage in unserem Land nicht nur etwas verdreht,sondern gewaltig verdreht....
Ich bin genauso weit wie Du,Klage übern VDK ist eingereicht und es ist ja offensichtlich immer das gleiche üble Spiel,egal was man für schlimme gesundheitliche Einschränkungen hat und egal wo man wohnt in unserer Republik(also Versichertenverarsc.... mit System):mad:
Das hätt ich mir vor meinem Unfall nie vorstellen können,das die "Erwerbsminderungsrente" nur ne hohle Phrase ist,ich glaub die wird immer nur so nett auf dem Rentenbescheid mit angegeben damit man auch weiterhin brav seine Rentenbeiträge bezahlt.
Ich glaube die einzige Möglichkeit gegen diesen "Wahnsinn" anzukommen ist die Öffentlichkeit zu suchen (fällt aber meisst schwer) und die Gesunden drauf aufmerksam zu machen das Sie keineswegs "gut" versichert sind bei der DRV. Ich mach das im kleinen Rahmen (noch bis gesundheitlich und wirtschaftlich wieder ein wenig Stabilität reinkommt,denn leg ich richtig los;))
-kl.Beispiel für die Rentenversicherungsangestellten(3) in unserer Gemeinde (1800 Einwohner) ist unser Dorf ein ungemütliches Pflaster geworden (einer ist schon weg gezogen),da hier jeder weiß was mir(im Gemeinderat tätig bis Unfall/Dorfbauunternnehmer/Mitglied in 4 Vereinen) passiert ist und was die Rentenversicherung da grade mit mir abzieht....:mad:.
-und noch ein Beispiel,meine Schwester war vor kurzem zu einem Informationsabend der Rentenversicherung,da Sie zur Zeit nur geringfügig beschäftigt ist(mehr Zeit für Ihre Kinder), und da warb die Rentenversicherung für freiwillige Beiträge,allein schon wegen der EMR....ok da hat meine Schwester denn mal meine Geschichte vorgetragen und damit die Veranstaltung "gesprengt" (vorzeitiger Abbruch)....es hat sich an dem Abend übrigens niemand für freiwillige Beiträge entschieden;).

Lange Rede kurzer Sinn,man muß Unruhe in den Laden kriegen und das geht nur mit Hilfe der Gesunden,weil die haben das was die Rentenversicherung haben will,die Beiträge ;)

Gruß Hotte
 

Rajo1967

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
9 Okt. 2013
Beiträge
2,612
Ort
MV
#10
Hallo Sabine,

um Dir mal einen kleinen Überblick zu geben, was die DRV im Moment alles so ablehnt einfach mal die unbefristeten Einzel GdB´s meiner Frau. Da sind natürlich so einige Auswirkungen nicht einzeln aufgelistet. Du stehst also nicht allein im Wald der Schlechtachter, auch Hottes Geschichte ist ein gutes Beispiel was da alles so abgeht.

1 Posttraumatische Beeinträchtigung der Gehimfunktion mit schmerzhafter Halbseitenbeeinträchtigung und Fehlstellung der HWS 50
2 Funktionsbehinderung des linken 30
Kniegelenkes bei multiplen Arthralgien
3 Funktionsbehindemng der Wirbelsäule, 20
Schulter-, Armbeschwerden
4 Chronische Nebenhöhlenentzündung, 20
Infektanfálligkeit
5 Bauchbeschwerden mit Obstipation 10
6 Anfallsweise Herzrhythmusstörungen 10
7 Funktionsbehinderung des Schultergelenkes 10
links
8 Polyneuropathie 10
Laut sozialgerichtlichen Gutachter sind damit sogar noch leichte bis mittelschwere Arbeiten vollschichtig im Schichtbetrieb möglich.

Eine neurologische Begutachtung ist nicht notwendig, da man so wörtlich "keine relevanten neurologischen Schäden" vorfinden wird (vom Orthopäden)

Mache Dich auf einen langen Kampf für das gefasst, was Dir laut Gesetz zusteht. Ich hoffe für Dich, das es bei Dir schneller und leichter von statten geht als bei uns.
 
Registriert seit
15 Apr. 2014
Beiträge
92
#11
Hallo Rajo 1967,
habt ihr mal gefragt wie dieser Schlechtachter sich solch einen Arbeitsplatz vorstellt? Wie soll deine Frau das auch noch in Vollzeit und Schicht bringen?

Ich glaube die machen das wirklich in der Hoffnung das die UO aufgeben oder aber die Zeit es bringt. Aus eigener Erfahrung kann ich da ein Lied von Singen.

Für deine Frau aber auch für dich alles Gute und das ihr endlich das bekommt was Euch zusteht.(Schnellstens)



VG Rotfuchs 2
 

Hotte

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
5 Nov. 2014
Beiträge
456
Ort
Schleswig-Holstein
#12
Hallo Rajo 1967,
habt ihr mal gefragt wie dieser Schlechtachter sich solch einen Arbeitsplatz vorstellt? Wie soll deine Frau das auch noch in Vollzeit und Schicht bringen?
Hallo rotfuchs2,genau das ist das Problem,die Schlechtachter haben keine Ahnung von Arbeit und was die Grundvoraussetzung für einen Arbeitplatz ist (die sitzen ja selber fest im Sattel und brauchen sich dafür nicht mal krumm machen).
Der einzige Grund weswegen ein Arbeitgeber (war ich selber bis zu meinem Unfall) einen Arbeitsplatz anbietet ist das er mit dem Arbeitnehmer Geld verdienen möchte und nix anderes . Das schafft man aber nur wenn der Arbeitnehmer wettbewerbsfähig ist und nun soll mir mal ein Schlechtachter erzählen wo man u.a. mit Rajos Frau oder mir noch Geld verdienen könnte, ich persönlich hätte mich (wie ich jetzt bin) niemals eingestellt allein die Bewerbung hätte ich fürn Witz gehalten.
Die Schlechtachter leben anscheinend in Ihrer eigenen Arbeits-(traum)welt die mit der Realität nix zu tun hat:mad:.

Gruß Hotte
 

buchfreundin

Gesperrtes Mitglied
Registriert seit
12 Dez. 2012
Beiträge
788
#13
Moin moin!

Das Problem ist, daß die Gutachter auch keine Ahnung von "von Arbeit und was die Grundvoraussetzung für einen Arbeitplatz ist" haben müssen und brauchen. Sondern es einerseits Sache des Kägers - als des UO - Entsprechendes vorzugeben und anderseits Sache des Gerichts entsprechende Vorgaben zu machen.

Bezug zu den nächsten Aussagen ist BGH, 29.11.1995 - IV ZR 233/94; BGH, Urteil v. 23.01. 2008 - IV ZR 10/07 -; BSG, Urteil v. 19.10.2011 - B 13 R 78/09 -, Juris Rn. 29. und BSG, Beschl. v. 19.10.2011, B 13 R 135/11 B bzw. die Kommentierungen zu entsprechenden BSG etc. Urteilen/Beschlüssen auf http://www.reha-recht.de/fileadmin/...forderungsprofil_allgemeiner_Arbeitsmarkt.pdf sowie eine ganze Latte anderer Urteile aus allen zuständigen Gerichtshöfen dazu

Und wie immer ich nix Jurist - ich formuliere meine Meinung/mein Wissen und meine Erfahrung.

Denn - dem Gutachter muss das Anforderungsprofil der zu beurteilenden Tätigkeit von juristischer Seite vorgegeben werden, damit ein Vergleich mit dem vom Arzt festzustellenden Leistungsprofil des zu Begutachtenden ermöglicht wird.

Juristische korrekt sollte es folgendermassen laufen:

Der Kläger - als das UO oder der Rentenantragende - trägt als Versicherungnehmer die erste Beweislast für den Eintritt von Erwerbsminderung in dem von ihm behaupteten Unfang (Gutachten, ärztliche Ateste etc.) und damit auch dafür, daß auch eine andere Erwerbstätigkeit ausschließenden Umfange nicht ausgeübt werden kann.

Der Versicherungsnehmer muß beweisen, dass er nicht mehr in der Lage ist dem bisher ausgeübten Beruf nachzugehen und auch kein Ausweichen auf eine andere Tätigkeit möglich ist.
[FONT=&quot]Den Negativbeweis dazu kann der Versicherungsnehmer grundsätzlich nur dann ordnungsgemäß antreten, wenn Versicherer im Rahmen seiner sekundären Beweislast den von ihm beanspruchten Vergleichsberuf bezüglich der ihn prägenden Merkmale - [/FONT] erforderliche Vorbildung, übliche Arbeitsbedingungen wie Arbeitsplatzverhältnisse und Arbeitszeiten sowie übliche Entlohnung, erforderliche Fähigkeiten oder körperliche Kräfte, Einsatz technischer Hilfsmittel - substantiiert darlegt und konkretisiert. Denn nur dann kann der Versicherungsnehmer das Bestreiten von Berufsunfähigkeit durch den Versicherer mit substantiierten Beweisangeboten bekämpfen.

Als „übliche Bedingungen“ im Sinne des § 43 SGB VI n. F. ist das tatsächliche Geschehen auf dem Arbeitsmarkt und in den Betrieben zu verstehen, das heißt die Frage, unter welchen Bedingungen die Entgelterzielung auf dem Arbeitsmarkt üblicher-weise erfolgt.
Hierzu gehören neben rechtlichen Bedingungen wie Dauer und Verteilung der Arbeitszeit, Pausenregelungen und Arbeitsschutzvorschriften auch die allgemein vorausgesetzten Mindestanforderungen an Konzentrationsvermögen, geistige Beweglichkeit, Stressverträglichkeit und Frustrationstoleranz des Rentenantragstellers Vgl. BSG, Urteil v.
19.10.2011, B 13 R 78/09, Juris Rn. 29.

Das von ihm zugrunde gelegte Anforderungsprofil des „allgemeinen Arbeitsmarktes“ wird in den Gutachten jedoch nicht transparent gemacht. Zu Recht wird diese mit der ärztlichen Erfahrung begründete Einschätzung und Kenntnis der Anforderungen des „allgemeinen Arbeitsmarktes“ daher bezweifelt. 2 Vgl. A. Bahemann, Das Konstrukt des allgemeinen Arbeitsmarktes – Bedeutung für die Bundesagentur für Arbeit, MedSach 3/2011, S. 128, 129.

Die Definition eines Anforderungsprofils einer Tätigkeit gehört auch nicht zu dem Aufgabenbereich des ärztlichen Gutachters, vielmehr muss ihm das Anforderungsprofil der zu beurteilenden Tätigkeit von juristischer Seite vorgegeben werden, damit ein Vergleich mit dem vom Arzt festzustellenden Leistungsprofil des zu Begutachtenden ermöglicht wird.

Der vom Tatrichter beauftragte medizinische Sachverständige, der sich dazu äußern soll, ob der Versicherungsnehmer gesundheitlich in der Lage ist, einen Verweisungsberuf auszuüben, muss wissen, welchen für ihn unverrückbaren außermedizinischen Sachverhalt er zugrunde zulegen hat, also insbesondere welche Merkmale - Arbeitsbedingungen wie Arbeitsplatzverhältnisse und Arbeitszeiten, erforderliche Tätigkeiten und körperliche Kräfte, Einsatz von Hilfsmitteln - die Verweisungstätigkeit prägen.

Es ist Aufgabe des Gerichtes, die Bedeutung der zusätzlichen qualitativen Leistungseinschränkungen für die Einsetzbarkeit des Versicherten auf dem Arbeitsmarkt abzuklären und zu bewerten.
[FONT=&quot]Vgl. BSG, a. a. O., Juris, Rn. 22

[/FONT]
[FONT=&quot]Dabei ist zu prüfen, ob der Versicherte aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen noch in der Lage ist, bei der konkreten Situation des (Teilzeit-) Arbeitsmarktes die ihm verbliebene Erwerbsfähigkeit zur Erzielung eines Erwerbseinkommens sinnvoll einzusetzen.
[FONT=&quot]Vgl. BSG, Urteil v. 19.10.2011 - B 13 R 78/09 -, Juris Rn. 21, 25 m. w. N
[/FONT]
[/FONT]
In dem Urteil muss deutlich werden, von welcher Anzahl, Art und Schwere der qualitativen Leistungseinschränkungen das Gericht ausgeht. Vgl. BSG, Beschluss v. 19.10.2011 - B 13 R 135/11 B -, Juris Rn. 19.

Der 13. Senat des Bundessozialgerichtes konkretisiert damit die bisherige Rechtsprechung zu der Frage, wann der Rentenversicherungsträger verpflichtet ist, einen konkreten Verweisungsberuf aufzuzeigen, statt pauschal auf den „allgemeinen Abeitsmarkt“ zu verweisen. Er stellt insbesondere heraus, dass unter bestimmten Voraussetzungen ein berufskundliches Gutachten zu der Frage eingeholt werden muss, welche
Anforderungen der vom Sozialversicherungsträger benannte Verweisungsberuf denn nun tatsächlich stellt.

Abzugrenzen ist zwischen dem Arbeitsmarkt- und dem Invaliditätsrisiko. Die Rentenversicherung trägt ausschließlich das Invaliditätsrisiko. Allerdings ist zu prüfen, ob der Versicherte aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen noch in der Lage ist, bei der konkreten Situation des (Teilzeit-) Arbeitsmarktes die ihm verbliebene Erwerbsfähigkeit zur Erzielung eines Erwerbseinkommens sinnvoll einzusetzen.3 Vgl. BSG, Urteil v. 19.10.2011, B 13 R 78/09, Juris Rn. 21, 25 m. w. N.

Das Bundessozialgericht hält an seiner bisherigen Rechtsprechung fest, wonach eine Pflicht zur Benennung einer konkreten Verweisungstätigkeit erst dann besteht, wenn eine Summierung ungewöhnlicher Leistungseinschränkungen oder eine schwere spezifische Leistungsbehinderung vorliegen.

Je mehr diese geeignet erscheinen, den Zugang zu gerade auch typischen Arbeitsplätzen für körperlich leichte Tätigkeiten zu versperren, umso eingehender und konkreter muss der Rentenversicherungsträger beziehungsweise das Tatsachengericht die Entscheidung zur Frage, ob eine Summierung ungewöhnlicher Leistungseinschränkungen oder eine schwere spezifische Leistungsbehinderung vorliegen, begründen.
Erforderlich ist dann eine Untersuchung, welche der üblichen Verrichtungen durch die beim Versicherten vorliegenden Gesundheitsstörungen im Einzelfall ausgeschlossen sind oder welche Arbeitsbedingungen er nicht erfüllen kann.

Was bedeutet dies jetzt im konkreten Fall - Hotte ich nehme mal dich hat nichts mit deiner Person zu tun, du hast nur das Pech sozusagen da zu sein.

1) Problem: Ich denke, bei dir waren die Beweisfragen des Gerichts an den Gutachter genauso unspezifisch wie bei mir.
Beispielhaft: Welche Unfallfolgen liegen vor und wie wirken diese sich funktionell beeinträchtigend aus?

Statt konkret auf deine Behinderungen abzustellen - also z. B. welche Einschränkungen liegen beim Kläger funktionell vor und ist der Kläger auf Grund seiner Einschränkungen in der Lage mit
definierten Arbeitsbedingungen wie Arbeitsplatzverhältnisse (Sitzend, Stehend. liegend, gemischt etc.) und Arbeitszeiten (Vollzeit oder nicht, notwendige Zusatzpausen etc.), erforderliche Tätigkeiten (Feinmotorik, Grobmotorik, notwendige Konzentration- und Leistungsfähigkeit, ausreichende Belastbarkeit etc.) und körperliche Kräfte (Kg, Dauer der Belastung etc.) Einsatz von Hilfsmitteln - wird seitens des Gerichts an den Gutachter auf einen undefinierten Zustand abgestellt.

Da sollte dein RA dann schon ans Gericht zu den Beweisfragen eine Konkretisierung auf der Basis der geannten Urteile anfragen.
Und nein - zu dem Zeitpunkt, als das letzte Gutachten bei mir stattfand, wußte ich dieses nicht. Also habe ich Entsprechendes nicht mir meinem RA besprochen.
Aber glaub mir, in den Stellungnahmen des letzten Jahres zum Gerichtsgutachten ist dieses als "Rüge" eingeflossen - und ja ich bin inzwischen im 2. Jahr, indem der Gerichtsgutachter immer noch ergänzende Stellungnahmen zu den klägerseitigen Stellungnahmen zu seinen Ausführungen schrieben muß.

2) Wenn der Gutachter auf die o. g. Frage oder eine ähnlich gelagerte Frage dann eigenständig eine Aussage zur Erwerbsminderung macht ohne das Entsprechendes in den Beweisfragen des Gerichts formuliert wurde - dagegen hauen mit einer dem Gutachter nicht zustehenden, vorweggenommenen Beweiswürdigung - s. dazu die obigen Urteile wer was beurteilen kann und darf.

Denn enstprechend der Beweisfragen hat er nur konkret und detailliert festzustellen, was genau an Leitungseinschränkungen vorliegt. Und welche funktionellen Auswirkungen diese haben.

Also z. B.:
Auf Grund des SHT eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit - und Merkfähigkeit.
Funktionelle Auswirkung hat dies im Rahmen einer nicht mehr zügigen Abarbeitung von Aufgaben durch verlangsamte Denkprozeße, eine erschwerte Anlernung von neuen Fähigkeiten, die Gefahr einer erhöhten Fehleinschätzung von Situationen und die Gefahr einer Fehlerhäufung mit der Möglichkeit einer Eigengefährdung in entsprechenden Situationen.

Auf Grund der Schäden im Rücken auf Grund der damit bestehnden geminderten Belastbarkeit und der Gefahr der Schädigung durch Überlastung nur noch leichte Tätigkeiten mit maximalem Heben von < 5 kg und dieses auch nicht regelmäßig, keine Tätigkeiten in Nässe/Kälte, keine Überkopfarbeiten sowie der Möglichkeit regelmäßig die Psoistion von sitzend auf stehend/gehend zu wechseln. Für die sitzende Tätigkeit ist ein orthopädischer Stuhl notwendig.

Hat er entsprechende Angaben nicht genau gemacht sondern formuliert nur schwammig "
leichte bis mittelschwere Arbeiten" entsprechend exakt durch den RA nachfragen lassen, was er damit konkret meint.
Sprich, der Gutachter soll und muß sich dazu genauer äußern.

3) Beweisantrag auf berufskundliches Gutachten vor allem wenn keine konkreten Angaben entsprechend o. g. zu den Tätigkeitmerkmalen erfolgt ist.
Sprich, ein spezielles Gutachten mit einem Gutachter der sich entsprechend auskennen muß, was das Verhältnis Arbeitsplatz - Leistungseinschränkungen angeht.

Gruß

P.S.: Für den Fall eines Bedarfs, ich habe zu den o. g. Ausführungen insgesamt etwa 20 - 30 Urteile bishin zum BSG, BVwG und BGH die für eine Begründung zu jedem einzelnen Punkt angeführt werden können.
Um den Post nicht zu sprengen sind diese nicht zu jedem Einzelpunkt aufgeführt. Können aber auf Wunsch angeführt werden.

Gruß
 

Rolandi

Aktiver Sponsor
Registriert seit
16 Okt. 2012
Beiträge
1,355
#14
hallo buchfreundin,

Respekt für deine Ausführungen und Danke.

Kannst du bitte zumindest die Aktenzeichen der 30 Urteile hier aufführen, dies wäre toll oder hier reinstellen?

Manche Urteile sind gesperrt, mit welcher Internetseite, kommst du an die Urteile ran? Kannst du bitte eine Empfehlen?
 

Hotte

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
5 Nov. 2014
Beiträge
456
Ort
Schleswig-Holstein
#15
Danke buchfreundin für deine ausführlichen Erläuterungen:).
Leider ist das mal wieder so ein Text,wo mein Kopf dicht macht,habs 3x versucht den zu "knacken",aber nach ein paar Zeilen stehen für mich da nur noch die Einzelwörter und der Zusammenhang geht bei mir komplett verloren:(.
Da passt ja wieder die Überschrift des Threads "Mir schwirrt der Kopf".
Bei mir war das Leben schon vor meinem Unfall(mit SHT) einfacher gestrickt in,"geht oder geht nicht",das überschreitet alles mein Horizont,naja ich hab ja auch kein Abitur:eek:
Schade das Du kein Jurist son Anwalt wie Dich könnt ich gut gebrauchen;)

Soviel hab ich aber verstanden.....

Was bedeutet dies jetzt im konkreten Fall - Hotte ........, du hast nur das Pech sozusagen da zu sein.

Seh ich genauso,mittlerweile Ärger ich mich auch das ich da überhaupt versichert war,da hab ichs mit der BG doch wesentlich einfacher,war da nicht versichert also brauch ich mir auch keinen Kopp machen ob da was kommt.....
Meine weitere Lebensplanung findet auch ohne die Rentenversicherung statt (dank meiner starken Familie),aber die werden mich nicht mehr los und ich werd so langsam richtig bissig und lass kein gutes Haar an der DRV, weil ich es ne Frechheit finde jahrzentelang Unsummen an Beiträgen von mir zu kassieren (das wär schon ein kleines Häuschen,durch das ich jetzt Mieteinnahmen hätte) und im Ernstfall(Totalschaden) wird man fallen gelassen wie ne heisse Kartoffel:mad:.

Gruß Hotte
 

Sabine1313

Neues Mitglied
Registriert seit
31 Jan. 2015
Beiträge
24
#16
Hi,
jetzt mal etwas, wo das Drehen etwas besser wird. Ich habe beim Sozialgericht eine Klage gegen das Versorgungsamt laufen. Ich habe zur Zeit 40% aus Stand 2009. Jetzt hatte ich eine Begutachtung bei einem vom Gericht bestimmten Gutachter. Die Untersuchung ging über gute 3 Stunden und das Gutachten ist 30 Seiten lang. Es ist für mich ein gutes Gutachten, da hier fast alles erfasst ist.
Zum Ersten habe ich mir im Urlaub meinen Zeh gebrochen und auch leider den, der im Gutachten als gebessert aufgeführt wurde. Die Begutachtung war vor dem Unfall und zum Zweiten wurde bei mir jetzt auch noch Fibromyalgie festgestellt. Beide Änderungen zum Gutachten haben wir auch an das Gericht gegeben, um das bestehende Gutachten anzupassen.
Aber am Wichtigsten ist, dass der Gutachter bei mir jetzt schon 50% festgestellt hat. Da dreht sich mal etwas richtig rum!
Gruß
Sabine:)
 

Sabine1313

Neues Mitglied
Registriert seit
31 Jan. 2015
Beiträge
24
#17
Hi, an allen und noch ein frohes Weihnachtsfest!
Ich wollte auch nur einmal kurz einen kleinen Zwischenbericht abgeben. Nach meiner Begutachtung habe ich am 23.12. vom Versorgungsamt meinen Schwerbehindertenausweis mit 60 % ohne Merkzeichen bekommen. In der gleichen Post lag auch ein schreiben der BG bezüglich einer Nachbegutachtung. Bei der BG habe ich eine MdE von 30%. Und jetzt bin ich einmal gespannt. Mir wurden mal wieder die 3 Ärzte zur Auswahl aufgegeben oder ich benehme jemand anderem. Ich habe den Arzt von meiner gerichtlichen Begutachtung angegeben. Im Gutachten aus September 2015 hat er den BG-Vorgang mit 40% MdE bewertet. Ich bin mal gespannt wie der Vorgang ausgeht!
Ich schönes neues Jahr an alle die hier immer hilfreich zur Seite stehen ;-)
Gruß
Sabine

Ach ja,
ich habe für Jan-Feb. 2016 auch noch einen Verschlechterungsantrag zu stellen, da leider der gebrauchende Zeh am Fuß, der schon mit CRPS belegt ist, leider zeitlich nicht im Gutachten berücksichtig werden konnte. Das Gleiche zählt für meine Fibromyalgie, da eine stationäre Aufnahme über zwei Wochen hier nichts an Besserung gebracht hat. Mein Anwalt sagte, ich kann den Verschlechterungsantrag er einmal selber stellen und er wird ggf. eingreifen.
By
Sabine
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

ptpspmb

Aktiver Sponsor
Registriert seit
2 Sep. 2012
Beiträge
1,989
Ort
BW
#18
Hallo Sabine1313,

es geschehen noch Zeichen und Wunder!
Würdest du es nicht schreiben, man könnte es nicht glauben!
Glückwunsch! Guten Rutsch, bis nächstes Jahr!
 

Sabine1313

Neues Mitglied
Registriert seit
31 Jan. 2015
Beiträge
24
#19
Moin,

es ist mal wieder soweit und die BG möchte mich begutachten. Ich soll psychosomatisch und Chirurgie begutachtet werden. Ich suche jetzt einen Gutachter für das Feld der Chirurgie, der sich auch mit CRPS aus kennt. Kann mir da jemand einen Tipp geben. Ich komme aus dem Raum PLZ 275..!

Danke

Gruß
Sabine1313