• Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
  • Herzlich Willkommen beim Forum für Unfallopfer, der größten Gemeinschaft für Unfallopfer im deutschsprachigen Raum.
    Du besuchst unser Forum gerade als Gast und kannst die Inhalte von Beiträgen vieler Foren nicht lesen und so leider nützliche Funktionen nicht nutzen.
    Klicke auf "Registrieren" und werde kostenlos Mitglied unserer Gemeinschaft, damit du in allen Foren lesen und eigene Beiträge schreiben kannst.

Nach Augenverletzung und Gutachten, PUV zahlt nicht

Beinmodel

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
5 Okt. 2010
Beiträge
1,023
#22
Hallo Auge,
zu Deiner Beruhigung die Versicherung zahlt erst nach der Begutachtung nach 3 Jahren,alles andere wäre unsinnig.ALSO solltest Du bei der Begutachtung versuchen eine guten Gutachter zu bekommen.
Gruß Beinmodel
 

Rajo1967

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
9 Okt. 2013
Beiträge
2,612
Ort
MV
#23
Hallo Beinmodel,

woher Du wohl das Wissen hast? Die PUV hat nichts mit der gesetzlichen UV zu tun.

Der GDV verändert wieder einmal mit den AUB 2014 die Musterbedingungen der PUV und nach diesen wird tatsächlich auf die 3-Jahres Frist abgestellt. Danach ist es so, wie Du es beschreibst.

Nach den davor geltenden Bedingungen ist es eben nicht so. Es wird zwischen Erst- und Neubemessung unterschieden!

BGH IV ZR 181/07 http://lexetius.com/2009,3843

[39] Das Berufungsgericht wird deshalb die gebotene Aufklärung hinsichtlich des Grades der unfallbedingten Invalidität vorzunehmen und dabei zu prüfen haben, inwieweit es angesichts der unterschiedlichen, vom Kläger geltend gemachten Beschwerden geboten ist, dazu Gutachten von Medizinern verschiedener Fachrichtungen einzuholen. Da der Streit die Erstbemessung betrifft, ist insoweit maßgeblich der Gesundheitszustand, wie er sich zu diesem Zeitpunkt - und nicht nach Ablauf der Dreijahresfrist - dargestellt hat.
LG Rajo
 

Beinmodel

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
5 Okt. 2010
Beiträge
1,023
#25
Hallo Rajo,
aus eigener Erfahrung,genauso ist es bei mir abgelaufen.Vor Ablauf der 15 Monatsfrist Beurteilung durch den behandelten Arzt an die PUV und kurz vor Ablauf der 3 Jahre Begutachtung durch die PUV und gut wars.
Gruß Beinmodel
 

Rajo1967

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
9 Okt. 2013
Beiträge
2,612
Ort
MV
#26
Hallo Auge,

die Frage ist nach wie vor die Gleiche für Dich, Du kannst natürlich auch warten bis zur Drei-Jahres-Frist und schauen was dann passiert.

Einen wirkliche Wegbeschreibung gibt es nicht. Ich würde es nicht tun und so lang warten. Das schlimme ist wirklich, das es in Deutschland keine gesetzlichen Grundlagen ausser AUB und VVG gibt (ausser das Richterrecht) und man gegen die Versicherungen mit ihrem Verhalten keine wirkliche Handhabe hat, ausser Druck zu machen.

Leider :(

LG Rajo

PS.: Beinmodel, das mag sein das das bei Dir so gelaufen ist, deshalb muss es nicht richtig sein - schon mal drüber nachgedacht? Ich habe mit vielen Gesellschaften zu tun, aber bei den "guten" läuft das anders. Wobei der Trend gerade bei den großen Deutschen genau in die Verweigerungstaktik mit den drei Jahren geht, deshalb wohl auch mal wieder die Änderungen beim GDV bei den AUB.
 

Auge100513

Neues Mitglied
Registriert seit
1 Juli 2013
Beiträge
22
#27
Hallo Rajo,

vielen Dank für die vielen Infos und den beiden Links. Ich habe diese an meine Rechtsanwältin weitergeleitet. Die erklärte mir anhand einiger Zitate aus den Texten, dass eine Klage zur Zeit wenig Sinn macht. Sie sehe darin nur eine Bestätigung. In meinem Gutachten geht man klar von der Besserung meines Zustandes aus und zum gegenwärtigen Zeitpunkt könne man nicht sagen ob und in wie weit ein IG verbleiben wird. Zwischenzeitlich liegt mir ja schon das 3. Schreiben vom GA vor, in dem er angibt: "Ich gehe derzeit nicht davon aus, dass auf Dauer eine höhere MdG vorliegen wird, sondern im Gegenteil. Ich empfehle entsprechend, entweder auf die Einschätzung der abschließenden gutachterlichen Untersuchung zum Ende des dritten Jahres nach dem Unfall zu warten oder mit dem Versicherten nach einer erneuten Untersuchung einen Abschluss zu finden."

Der GA repräsentiert die PUV und diese hat einen i.e. angemessenen Vorschuss geleistet (2/25 von festgestellten 8/25). Dieser Streit wird sich zwangsläufig bis zum Ende des 3. Jahres hinziehen, daher empfiehlt mir meine RA das neue Gutachten im Feb. 2016 abzuwarten. Sollte ich dann nicht mit der Höhe der MdG einverstanden sein würde Sie eine Klage anstreben. In der Zwischenzeit wird der ausstehende Geldbetrag jährlich mit 5% verzinst.

Was bleibt mir nun anderes übrig als abzuwarten? :confused:

Gruß
Auge
 

Rajo1967

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
9 Okt. 2013
Beiträge
2,612
Ort
MV
#28
Hallo Auge,

Du könntest auf die Leistung klagen, das ist die einzige Option.

Ich kanns Dir nur so sagen das bei den mir bekannten Schäden auf Druck der Rechtsanwälte dann auch die volle Summe ausbezahlt wurde.

Wir streiten gerichtlich selbst seit über 2,5 Jahren um die Erstfeststellung einer Invalidität. Der Gutachter schrieb auf zwei ! Seiten Schwachsinn zusammen und das ohne Untersuchung, meine Frau hat durch diesen Unfall eine Schwerbehinderung von 50 (nicht psychisch sondern Polyneuropathie u.s.w.) - Lt dem Gutachter hat sie nichts.

Unsere Invaliditätsanmeldung besteht seit Anfang Februar 2011! Der gerichtliche Beweisbeschluss ist von Juni 2013 und seit dem hängt es wieder an Ärzten. 7 Monate benötigte die Ärztekammer einen Gutachter zu benennen, dieser Gutachter ist der Vorgesetzte des ersten Gutachters (deshalb Befangenheitsantrag - welcher abgelehnt wurde) und seit März 14 warten wir auf das Gutachten.

Ich tröste mich inzwischen auch mit den Zinsen, da wir auf die Erstbemessung geklagt haben.

Aber sage Du selbst mir, bist Du der Meinung das sich Deine Sehfähigkeit um 75 % verbessern wird, denn Dir wurden ja nur 25 % Deines Schadens ausbezahlt?

9.4 Sie und wir sind berechtigt, den Grad der Invalidität
jährlich, längstens bis zu drei Jahren nach dem Unfall,
erneut ärztlich bemessen zu lassen.
Bei Kindern bis
zur Vollendung des 14. Lebensjahres verlängert sich
diese Frist von drei auf fünf Jahre. Dieses Recht muss
– von uns zusammen mit unserer Erklärung über unsere
Leistungspflicht nach Ziffer 9.1,
– von Ihnen vor Ablauf der Frist
ausgeübt werden.
Ergibt die endgültige Bemessung eine höhere Invaliditätsleistung,
als wir bereits erbracht haben, ist der
Mehrbetrag mit 5 % jährlich zu verzinsen.


Wenn das was Deine Ra meint stimmen sollte wozu gibt es dann im gleichen Punkt die jährliche Neufeststellung? - Du merkst das stinkt.... :eek:

LG Rajo
 

Rajo1967

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
9 Okt. 2013
Beiträge
2,612
Ort
MV
#29
Ach ja, eine weitere Option wäre noch...

Beantrage doch jetzt schon die Neubemessung der Invalidität zum 2. Schadenjahr (schriftlich per Einschreiben mit Rückschein)!
Feb. 2015....

Eine zusätzliche Begutachtung kostet und die Gesellschaft ist verpflichtet diese durch zu führen.

LG Rajo
 

Auge100513

Neues Mitglied
Registriert seit
1 Juli 2013
Beiträge
22
#30
Hallo Rajo,

das mit Deiner Frau tut mir sehr leid. Es ist schon schlimm genug, dass man vom Schicksal schwer getroffen wird. Wenn man sich dann auch noch mit GA und PUV herumärgern muss frägt man sich schon, ob's das wirklich braucht.

Meine RA hat mir auch von einem Fall berichtet, wo die Ärztekammer ein dreiviertel Jahr brauchte, um einen neuen GA zu bestimmen. Daher meinte Sie sei der Zeitgewinn nicht unbedingt sehr groß.

Ich glaube an keine Wunderheilung! Ich bin zwar katholisch, aber ich glaube nicht, dass ich Jesus (zumindest nicht im Diesseits) begegnen werde und ich wieder meine volle Sehleistung zurückbekomme.

Das mit der jährliche Neubemessung ist eine prima Idee! Das werde ich echt in Erwägung ziehen.

Danke!

LG Auge
 

Rajo1967

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
9 Okt. 2013
Beiträge
2,612
Ort
MV
#31
Hallo Auge,

wir führen (Müssen führen) aktuell 5 Gerichtsverfahren wegen zwei Unfällen.
Es scheint im Moment so, das noch weitere dazu kommen.
Ich war auch mal der Meinung, das man alles sauber und ohne Gerichtsverfahren lösen kann.

Meine berufliche und private Erfahrung der letzten Jahre hat mich eines besseren belehrt.
Es geht nicht nur bei uns so zu, sondern wird eingenerelles Problem mit den Schadenverschleppungen.

In den USA hat man gestzlich einen Riegel davor geschoben, hier müssen die Gesellschaften beweisen, das sie ordentlich ermittelt haben bevor es zu Ablehnungen oder Reduzierungen kommt.
Können sie das nicht werden saftige Strafen fällig.

Hier ist man immer noch der Meinung, das man nach belieben mit dem Kunden spielen kann und einige Richter unterstützen das auch noch.

Vielleicht noch so als Tipp am Rande, wenn sich weitere Beeinträchtigungen mit dem Sehkraftverlust in Verbindung bringen lassen (Kopfschmerzen u.s.w.) dann ruhig mit geltend machen, dafür gibt es u.a. auch eigentlich die 3-Jahres Frist.

LG Rajo
 

Auge100513

Neues Mitglied
Registriert seit
1 Juli 2013
Beiträge
22
#32
Hallo allerseits,
ich möchte natürlich einen bereits 2013 angefangenen Beitrag mit dem bisherigen weiteren Verlauf und Erfahrungen mit meiner PUV ergänzen. Zwischenzeitlich hat ein Abschlussgutachten vor Ablauf der 3-Jahresfrist stattgefunden und der Gutachter kommt nun zu einer MdG von 3/25 (im ersten Gutachten waren es noch 8/25). Er stellt nun fest, dass aufgrund einer Kontaktlinsenanpassung zukünftig eine max. Sehschärfenminderung auf 80% (Visus von 0,8) zu erwarten sind (ohne KL habe ich eine Sehschärfe von 0,16 und mit 1,0). Weiter gibt er an, dass man auch nicht von einer dauerhaften Kontaktlinsenunverträglichkeit auszugehen hat. Somit verbleibt eine MdG von 1/25 und aufgrund von Doppelbildwahrnehmungen und erhöhter Blendung kommen weitere 2/25 hinzu. Meine PUV stellt somit eine Invaliditätsleistung von 6 % fest. Warum darf meine PUV den Schaden auf Basis meiner Sehleistung mit Kontaktlinse regulieren? Während der Abschlussuntersuchung trug ich keine Kontaktlinse! Sie war auch kein Thema. Muss ich das so hinnehmen? Ist das rechtlich korrekt? Kennt sich hier jemand aus?
 

Rajo1967

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
9 Okt. 2013
Beiträge
2,612
Ort
MV
#34
Hallo Auge,

hat denn die Gesellschaft auf die Erstbemessung etwas gezahlt? Ich habs nicht mehr im Kopf was da war.

Danach würde ich das weitere Vorgehen entscheiden.
 

Auge100513

Neues Mitglied
Registriert seit
1 Juli 2013
Beiträge
22
#35
Hallo Rajo,

danke für die Rückmeldung!

Nach der Erstbemessung von 8/25 wurden dann 2/25 als Vorschuss bezahlt. Unter dem Vorwand, dass der Gutachter ein eindeutiges Potential der Besserung sieht, wurde auf das Abschlussgutachten vor Ablauf der 3-Jahresfrist hingewiesen. Jetzt nach endgültiger Bemessung von 3/25, überweist mir die Gesellschaft nur noch 1/25. Der Gutachter hatte vor 2 Jahren auch das Gutachten für die BG angefertigt. Ich hatte eine Kopie des Gutachtens von der BG angefordert und siehe da: Text und Wortlaut übereinstimmend, nur der Adresskopf war ein anderer. Gibt es hier nicht eine Trennung zwischen Zivil- und Privatrecht?
 

Rajo1967

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
9 Okt. 2013
Beiträge
2,612
Ort
MV
#36
Hallo Auge,

aber gerade bei den Augen ist das ein Muss, denn die Verletzung von Augen ist in der Gliedertaxe ausgeführt und muss somit unterschiedliche Bewertungen erfahren. Was stand in dem Schreiben, als Dir die erste Summe überwiesen wurde?
Wir erkennen unsere Leistungspflicht dem Grunde nach an und behalten uns eine Begutachtung zum Ende der 3-Jahres Frist vor (so oder so ähnlich), oder wurde ausschließlich von "Vorschuss" geschrieben?

Wo ich mir aber leider nicht sicher bin, ob ein Ausgleich mit Hilfsmitteln angerechnet werden darf. Meiner Meinung nach kann ein Gutachter wohl kaum bestimmen, ob eine Verträglichkeit auf Kontaktlinsen auf Dauer vorhanden ist.

Was hat denn die BG anerkannt? MdE wie hoch? Hast Du einen GdB/GdS erhalten oder beantragt?
 

Auge100513

Neues Mitglied
Registriert seit
1 Juli 2013
Beiträge
22
#37
Hallo Rajo,

man hat mir nur das Gutachten sowie einen Vorschuss in Scheckform geschickt und mir mitgeteilt, dass man sich bis spätestens Febr. 2016 wieder bei mir melden werde.

Bei der BG habe ich nichts beantragt. Ich habe lediglich einmal einen Unfallbogen ausgefüllt und seit dem erhalte ich sämtliche Kosten (Pflegemittel, Kontaklinsen, Brillen usw.) problemlos erstattet. Der Gutachter schrieb 2014 an die BG, dass nach seiner Einschätzung eine MdE ohne KL im wesentlichen Maße vorliegt und mit Kontaktlinse die Sehschärfe deutlich besser ist.

Ich bin bei meiner Recherche heute im Internet auf ein Werk von Books über die Begutachtung in der PUV gestoßen. Dort heißt es u.a. "...die PUV ist die lupenreinste Form einer Unfallversicherung...Leistungsmittelpunkt ist die unfallbedingte Gesundheitsschädigung...diese wird entschädigt und nicht die daraus resultierenden Konsequenzen...bemessen wird ohne Berücksichtigung eines Hilfsmittels (Prothese)...eine Ausnahme ist die Brille, die berücksichtigt wird d.h. das durch die Brille korrigierte Sehvermögen... das der Versicherte eine Brille trägt wird durch den sog. Brillenzuschlag entschädigt." Und, Brillenträger war ich vor meinem Unfall nicht.

Ich denke noch klarer kann die Faktenlage gar nicht sein. Jetzt muss ich mir nur noch überlegen wie ich weitermache. Wie würdest Du weiter vorgehen?

LG
Auge
 

Auge100513

Neues Mitglied
Registriert seit
1 Juli 2013
Beiträge
22
#38
Nach Augenverletzung Gerichtsstreit mit PUV

Nachdem ich schon länger nichts mehr von mir habe hören lassen dachte ich mir, meinen Fall mal zu aktualisieren. Letztendlich geht es hier ja auch um einen Erfahrungsaustausch.

Seit über einem Jahr befinden wir uns nun im schriftlichen Verfahren und vor 1/4 Jahr wurde auf gerichtliche Veranlassung hin ein weiteres Gutachten durch die LMU München erstellt. Die kommt jetzt sogar auf eine MdG von 17/25 (vorher 8/25 durch 1. Gutachter). Da aber auch hier der Sachverständige die Auffassung vertritt, dass die Sehschärfe "in jedem Fall mit Sehhilfe zu bewerten ist" wird der Dauerschaden auf 2,75/25 festgesetzt. Die Summe setzt sich aus 2/25 zzgl. 3% zusammen. Vom BGH wird nämlich die Auffassung vertreten, dass ein Auge mit verträglicher Korrektur volle Sehschärfe besitzt und damit voll gebrauchsfähig sei.

Dass ich aber die Kontaktlinse nur bis zu 8 Std. am Tag tragen kann, weil es dann unangenehm für mich wird, es viele Situationen gibt in der ich die KL erst gar einsetzen kann und ich regelmäßig an Wochenenden längere Tragepausen einhalte scheint überhaupt nicht relevant zu sein. Ich hatte sogar schon ein Lidekzem auf dem Auge (habe ich natürlich sofort von einem Dermatologen bestätigen lasse). Auch das ist egal. Und das schimpft sich deutsches Recht.

Hat jemand hier ähnliche Erfahrungen gemacht? Muss ich mich nun fügen?