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Was kommt nach der Knieprothese - Versteifung oder Amputation?

Lilalu

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#1
Hallo zusammen,

einige hier haben ja Knieprothesen und sich bestimmt schon ähnliche Gedanken gemacht. Meine Frage richtet sich vor allem an jüngere Menschen, die die Prothese z.B. auf Grund eines Unfalles erhalten haben und damit rechnen müssen, die Ersatzteile noch vor der Rente "durch" zu haben.

Wenn man sehr sportlich ist und/oder noch im Berufsleben steht, haben die Prothesen bekanntermaßen eine noch kürzere Lebensdauer. Gerade jüngere Menschen wollen ja aber doch noch möglichst aktiv sein! Für mich findet das Leben vor allem draußen in der Natur statt und auf Reisen. Ich bin nun mal abenteurlustig und kann mich nicht zuhause auf dem Sofa begraben, wenn ich psychisch nicht auch noch völlig vor die Hunde gehen will.

Daher eine schwierige Frage: Was kommt, wenn die Prothesen durch sind? Meist wird dann wohl das Kniegelenk versteift. Damit ist aber doch jede Aktivität sportlicher Natur im Eimer und die restliche Gesundheit (Belastung von Rücken, Hüfte etc.) leidet auch sehr schnell. Wenn man sonst noch gesund ist und alle anderen Gelenke in Ordnung sind, wäre dann nicht eine Amputation die "beweglichere" Lösung? Moderne Prothesen machen ja schon so manches möglich und es soll sogar sehr fitte Leute geben, die damit wandern oder sogar klettern.

Warum wird das nicht eher gemacht? Zu hohes OP Risiko? Ist die Versteifung doch die beweglichere Alternative? Zu hohe Kosten für die Kostenträger bei modernen Prothesen?

Mit wäre hier an Erfahrungen von Betroffenen gelegen oder von Menschen, die sich ebenfalls schon solche Zukunftsgedanken machen müssen.

Vielen Dank!
 
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#2
Hallo Lilalu,
zwar bin ich selber nicht von dieser Zukunftsaussicht betroffen, habe aber in der REHA jemanden mit gleichem Gedankengang bezogen auf Sprunggelenk und Unterschenkelamputation kennengelernt.
Die ist auch der Meinung ( nachvollziehbar) mit einer guten Unterschenkelprothese ( bei Dir wäre es doch aber eine Oberschenkelp.) beweglicher und schmerzfreier und sportlicher zu sein, als nach einer Versteifung. Soweit verständlich wenn ich z.B. an die Paralympics denke, aber irgendwann musst Du die Prothese mal ablegen und dann bist Du so viel schlechter dran als mit einer Versteifung.... Nachts auf Klo, abends auf dem Sofa, zu zweit im Bett, im Schwimmbad ....
Und ausserdem bleibt einem der Weg ja immer noch wenn eine Versteifung misslingt.
Grüße von PAuline
 

Lilalu

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#3
Hallo Pauline,

vielen Dank für deine Antwort! Es stimmt wahrscheinlich, dass man die Amputation besser als allerletzte Möglichkeit sehen und es erst einmal mit der Versteifung versuchen sollte.

Rosig sind allerdings wohl beide Optionen nicht und an was man da nicht alles denken muss! Nachts aufs Klo ... Ja, recht hast du, das wird schwierig! Die beste Möglichkeit wären dafür wohl Krücken - solange man noch kräftige Arme hat. Fürs Wasser gibt es glaube ich eigene Prothesen - ohne Technik.

Mit einem versteiften Knie kann man dagegen nicht mal mehr normal sitzen. Das Bein hängt dann immer in der Luft und sitzen auf engem Raum (Auto, Flugzeug) ist auch nicht einfach. Dazu kommt, dass über die Jahre Rücken und Hüfte automatisch kaputt gehen, wenn man so steif gehen muss ... Gerade wenn man noch jünger ist, stellt sich auch die Frage, woran sich der Körper (und die übrige Gesundheit) besser anpassen kann.

Alles nicht einfach!
 
Zuletzt bearbeitet:

Kasandra

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#4
Hallo Lilalu,

kein Chirurg wird ein Körperteil amputieren, welches noch ordnungsgemäß durchblutet und stabil ist!

Es liegt kein Infekt vor, keine Nekrose, kein Knochentumor etc. - was eine Amputation notwendig macht.

Also den Arzt möchte ich sehen, der die Säge dann ansetzt!

Diese Idee von Dir ist schon relativ absurd.

Gehe bitte mal zu Deinem Chirurgen und spreche mit ihm über dieses Thema.

Er wird Dir alles weitere sagen.

Viele Grüße

Kasandra
 

Lilalu

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#5
Hallo Kasandra,

ich denke, die Frage stellt sich in der Praxis nicht so oft. Die meisten Patienten mit Knieprothese sind im Rentenalter und nehmen das Teil mit ins Grab.

Trifft es einen unfallbedingt in jungen Jahren, ist es aber doch klar und nicht absurd, dass man sich Gedanken macht, was passiert, wenn der Knochen (nach Wechsel-OPs etc.) nicht mehr stabil genug für einen weiteren Wechsel ist. Die Haltbarkeit ist ja doch sehr begrenzt und liegt auch kaum bei 15 Jahren, wenn man noch im Berufsleben stehen möchte und muss.

Könntest du daher bitte die Frage etwas genauer beantworten? Warum ist der Gedanke absurd? Wodurch hat man als Patient die bessere Lebensqualität und warum? Wie kann man eher einen Beruf weiter ausüben, den man zu ca. 50% stehend/gehend ausübt und verhindern, dass man zum Sozialfall wird? Welche Schwierigkeiten gibt es im einen oder anderen Fall, die man bewältigen muss? Welche Risiken durch die OP etc.?

Wenn das kein Arzt macht, wird es sicher Gründe geben. Welche sind das?
 

Aramis

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#6
Hallo Lilalu,

natürlich ist dein Gedankengang nach zuvollziehen.

Vergiss ihn ganz schnell!
Die möglichen Komplikationen nach einer Amputation sind unüberschaubar (auch für sportliche junge Menschen)!
Wir erleben es jeden Tag, nicht nur bei meinem LG , sondern auch im Freundeskreis.

Wer sagt, dass Flugreisen mit Prothese einfacher sind? Durch die Druckschwankungen schwillt der Stumpf in dem Schaft, naj man könnte die Prothese auch ablegen und wieder anziehen- auf dem beengten Raum

Nur einige Probleme:
http://www.amputierte-region-hannov...en-und-therapien&catid=60:aktuelles&Itemid=30

VG
Aramis
 

Kasandra

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#7
Hallo Lilalu,

ich habe Dir die Gründe doch genannt: Infekt, Knochentumor etc.

Wie gesagt, dies ist eine Diskussion welche Du mit Chirurgen führen musst.

Frage Dich mal selber: Kommt eine Amputation durch die Ethik-Kommission?
Indikationen zur Amputation


Lies mal hier: da steht das drinnen, was ich Dir schon geschrieben habe:

http://de.wikipedia.org/wiki/Amputation

pAVK
Diabetes = auch abgestorbenes Material
Tumore
Notamputationen....
......

Aufgrund dessen was Du geschrieben hast - fällst Du definitiv nicht.

Um weiter etwas zu Dir sagen zu können wäre es wichtig zu wissen:

- wie alt bist Du?
- wie alt ist Deine Knie-TEP (ich denke diese meinest Du mit Deiner Formulierung "Knie-Prothese"
- was machst Du beruflich?
- wer ist Dein Kostenträger?
- wie sieht es aus mit Maßnahmen zur Umschulung?

Viele Grüße

Kasandra
 

ironman13/08

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#8
Hallo Lilalu,


Wenn das kein Arzt macht, wird es sicher Gründe geben. Welche sind das?
Das ist eigentlich einfach zu beantworten: das Bein unterhalb des Knies lebt noch und ist eigentlich gesund und nicht lebensbedrohlich nur weil das Knie nicht mehr funktioniert, was die Schmerzen verursacht ist lediglich das kaputte Knie.

Dafür gibts Schmerzmittel, Gehhilfen und Rollstühle.

Überleg mal: angenommen du bist 20 Jahre alt - noch sehr jung - deine Knie-TEP ist neu. In der Regel kann man von einer Benutzungsdauer von ca. 15 Jahren rechnen und nach dem heutigen Stand der med. Technik kann so ein Teil zweimal (vorausgesetzt das geschädigte Knie läßt es zu) einbauen. Sprich, du kannst von einer Dauer von 30 Jahren ausgehen wenn du das Teil nicht überstrapazierst - ja, Einschränkungen, auch im Sport muß man hier trotzdem in Kauf nehmen, man muß nicht jeden Tag 10 km Joggen gehen und erleidet trotzdem keine Depression. Knieschonender Sport ist trotzdem möglich - frag deinen Arzt oder Physiotherapeuten.

Demnach wärst du dann 50 Jahre alt - ok, in dieser Zeit wird sicher in der Medizin und der Orthopädietechnik einiges passieren, seis die Lebensdauer der TEP's verlängert oder auch ganz neue OP-Methoden und Behandlungen.

Eine Amputation wäre sicherlich für dich nicht erstrebenswert wenn dir klar wäre das dann dein Bein nicht mehr vorhanden ist und das ist nicht mehr rückgängig zu machen.
Das ist auch der Hauptgrund warum dir ein Arzt sicher nicht ein Bein amputiert das im Grunde genommen gesund ist.

Dein Denkfehler ist: wenn das Bein amputiert ist sind die Schmerzen weg und ich bin beweglicher. Nein, sind sie nicht, alleine die Phantomschmerzen können ganz schön schlimm sein, ganz davon abgesehen das es Probleme mit der Prothese geben wird, im Sommer alles vom Schwitzen aufgerieben ist, im Winter der Stumpf kalt ist und zu dünn, die Prothese hält nicht und und und......
Und dazu kommt das du vielleicht oft die Prothese nicht anziehen kannst weil sich der Stumpf entzündet hat, da bist du mit Krücken sicher nicht beweglicher.

Ich bin selbst amputiert (seit sehr jungen Jahren), zwar nicht Bein, sondern Arm, aber ich habe mittlerweile zwei kaputte Knie, ich kann noch nicht mal mit Gehhilfen laufen, eine Beinamputation wäre wirklich das Letzte was ich mir wünschte, so laufe ich lieber mit meinen kaputten Knien und ertrage die Schmerzen, aber ich kann selbst laufen und brauche noch keine Unterstüzung durch Rollator oder Rollstuhl, das kommt früh genug.

Mein Fazit für dich: versuche dich mit der TEP anzufreunden und dein Leben etwas mehr danach zu richten und mache nicht den Fehler zu glauben das alles wieder so wie früher sein muß. Das wird es für dich nicht mehr geben, das würde es schon gar nicht mit einer Amputation sein. Mache Sport, aber immer Knieschonend, so bestimmst du selbst die Lebensdauer deiner Knie-TEP.

VG
Gitti
 

Lilalu

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#9
Hallo und vielen Dank für die Beiträge!

@Aramis: Herzlichen Dank! Genau solche Informationen suche ich, um eine ernsthafte Einschätzung zu haben!

@Ironman: Vielleicht entsteht hier ein falscher Eindruck! Es kann gar keine Rede von wollen und erstrebenswert sein! Alle Optionen sind äußerst übel und kaum vorstellbar! Es nutzt aber auch nichts, sich die Dinge schön zu reden! Man kann immer auf technische Entwicklungen in der Zukunft hoffen. Mir wurde allerdings gesagt, ich solle mir da mal keine zu großen Hoffnungen machen - wahrscheinlich wird sich da nichts tun. Zur Haltbarkeit bei jüngeren wurden mir ca. 10 Jahre genannt und mehr als ein Wechsel ist nur bei guter Knochensubstanz möglich.
 

ironman13/08

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#10
Hallo Lilalu,

gut, das verstehe ich dann schon eher, denn es ist immer gut wenn man sich Gedanken für die Zukunft macht.

Trotzdem ist mit Sicherheit die Amputation die schlechteste Lösung, Aramis hat dir ja diesen Link reingestellt und weiß es außerdem auch aus Erfahrung.

Aber das sich die medizinische und technische Hilfe in den nächsten Jahren nicht verbessern soll glaube ich nicht, es wird immer in dieser Richtung geforscht und Neues ausprobiert, denn die alten TEP's waren früher nicht sehr lange haltbar, die Neuen sind da schon wesentlich weiter.

Ich habe hier für dich einen Link http://gelenk-doktor.de/knie-gelenk/die-knieprothese-knie-tep/leben-sport-rehabilitation-haltbarkeit-der-knieprotheseder dich auch intressieren dürfte, hier wird sogar geschrieben das eine TEP inzwischen eine Lebensdauer von 15 - 20 Jahre haben kann.

Dort steht auch drin was man mit einer Knie-TEP noch im Sport machen kann, was man nur vorsichtig tun sollte und was man auf jeden Fall lassen sollte.

VG
Gitti
 

Aramis

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#11
Hallo Lilalu,

meinst du den Link, oder die Probs im Flugzeug?

Zu den alltäglichen "Ärgernissen": wie schnell durchgewetzte Hosen und Sitzbezügen, schwieriger Schuhwechsel ( der Absatz muß immer gleich hoch sein, ausser du magst den Prothesenbauer zu jedem Schuhwechsel kommen lassen). Füße abstreifen wird zum Abenteuer.

Man soll auch schnellst möglich nach der Amputation mobilisiert werden-so die Fachleute!
Die gleichen Fachleute wahrnen vor Überbelastung der verblieben Muskel wegen der Gefahr von Ossifikation..., nun sollst du nach der OP keine Schmerzen leiden- Gefahr von Phantomschmerz und dem üblichen Schmerzgedächnis, nur wie merkst du , dass du überanstrengst? So ging es meinem Lebensgefährten, Verknöcherungen ohne Ende , diese wurden entfernt, wieder neu Laufen lernen. Ca. 8Monate später wieder Verknöcherungen, diesmal Mitten im Muskel (Ossifikation), da traut sich kein Operateur mehr dran. Prothese ist seitdem nur noch wenige Stunden am Tag am Mann....

Vom Schwitzen und Schwinden hat Gitti schon berichtet- da gibt es Babypuder und Einsätzte für die Prothese, so die Theorie.... manche unserer Freunde haben eher wegen Gewichtsschwankungen Probleme mit der Passform, bei menem LG sind es die Wassereinlagerungen (trotz Kompessionsstrumpf).

Mal was zur den behinderten Sportlern: wir bewundern diese Menschen sehr!
Nur solange man ums reine "Überleben" kämpft, um jedes Hilfsmittel ringen muß, bzw. jeden Tag grade so übersteht...ist es schon ein Sieg rechtzeitig zu Toilette zu kommen:rolleyes:

LG
Aramis
 

ironman13/08

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Hallo Aramis,

auch wenn ich keine Beinprothese habe, weil mir ja der Arm fehlt:cool:
kann ich von dem was du geschrieben hast auch ein Liedchen singen, allerdings bin ich in der glücklicheren Lage :rolleyes: das ich nicht auf eine Prothese angewiesen bin, so habe ich meine letzte 1977 bekommen, diese nur noch ca. 1/2 Jahr getragen und im Jahr 2012 entsorgt.

Denn sie war nur Belastung für mich und ohne Funktion, da ich keinen Stumpf habe.
Aber das Schwitzen unter der Prothesenschale mit Kunststoffüberzug war furchtbar, dann die Druckstellen oben am Schlüsselbein und nicht zuletzt Gewichtszunahme, die Prothesenschale ging fast bis in die Taille, nicht schön, kein Tragekomfort. Nee Danke, so habe ich verzichtet.

Nachteil: Wirbelsäulenbelastung einseitig durch das fehlende Gewicht, war auch mit Gymnastik nicht auszugleichen, sodass ich heute schon WS Probleme habe.

Was die Behindertensportler betrifft: was wissen wir über deren Probleme, beim Kampf und wenn sie älter sind? Nichts. Ich bewundere deren Ehrgeiz, aber ob sie sich mit diesen Extrem-Leistungen einen Gefallen tun - ich bezweifle es.

VG
Gitti
 

Aramis

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#13
Jeep Gitti,

sorry für OT !

Schwitzen: Schatzi leidet sehr darunter- es fehlt auch jeden Menge Körperoberfläche zur Regulation.
Dann diese -durch die Prothese- abgerissenen Haare die sich zu fürchterlichen Abszessen / Furunkeln oder was weiß ich entwickeln, erst nach wochenlangem behandeln, einweichen,spalten was auch immer zurückbilden... kaum ist Einer weg taucht der nächste auf....!
Von den lebensbedrohlichen Keimen sprech ich erst garnicht, auch diese können durch "oberflächliche" Hautirritationen schlimme Schäden anrichten!

Ich weiß nix von den Behindertensportlern, keine Ahnung, wer wie lange schon mit seiner jeweiligen Einschränkung lebt! Auch ist mir aufgefallen , dass Doping nie ein Thema bei Paralympics ist - Verdachtsfälle natürlich- aber wer überblickt die notwendige Schmerzmedikation?
Mein LG würde ohne seine Medis keinen Tag durchstehen, bzw. bei Überdosierung "Bäume ausreisen" und wenig später zusammenbrechen:(

Darum bin ich auch eine Verteidigerin von Oscar Pistorius, ich weiß natürlich nicht ob und welche Medis er nimmt, aber kaum jemand kann nachvollziehen welche Alpträume durch Medikamente entstehen und Komaflashbacks verstärken- ich bin sehr vorsichtig geworden, wenn ich meinen Schatz wecke....

Danke Gitti und Grüße an den Ironman
LG
Aramis
 

Lilalu

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#14
Hallo zusammen und vielen Dank nochmal!

Schöne Aussichten sind das wirklich nicht! Bei einem versteiften Knie gehen nach meinen Informationen sehr schnell der Rücken und die Hüften drauf, was auch schlimme Schmerzen verursacht. Von weiteren Problemen ganz zu schweigen.

@Ironman: Mir wurde gesagt, dass die 15-20 Jahre darauf beruhen, dass die meisten Knie-TEP bei Menschen über 70 Jahre eingesetzt werden. D.h. die meisten sind da schon kaum noch aktiv und etliche zumindest die letzten 10 Jahre schon im Pflegebett. Da kann das Teil leicht lange halten! Bei jüngeren ist die Versagensquote am höchsten und die Haltbarkeit deutlich verringert, da man ja aktiver sein möchte und auch muss - von der Rentenversicherung wird das ja nicht anerkannt. Nicht jeder kann einen Bürojob machen und viele kämpfen sich daher unter Schmerzen irgendwie durch den Berufsalltag. Eine Wechsel-OP bei einer Knieprothese ist ein sehr schwerer Eingriff mit einer hohen Komplikationsrate und sehr schwierigen Reha. Das schafft man auch nicht so oft.
 

ironman13/08

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Hallo Lilalu,

Eine Wechsel-OP bei einer Knieprothese ist ein sehr schwerer Eingriff mit einer hohen Komplikationsrate und sehr schwierigen Reha. Das schafft man auch nicht so oft.
Klar, da hast du sicher recht, doch würde ich, wenn die Zeit gekommen ist, noch einmal alle Für und Wieder abwägen und dann entscheiden.

Die 15-20 Jahre stammen aus dem Artikel den ich dir verlinkt hatte, da geht es auch um junge Leute.

Ich drück dir meinen Daumen das die TEP lange bei dir hält.

@Aramis,

was meintest du mit OT?
Danke für die lieben Grüße an Ironman, der ist zur Zeit ganz und gar nicht fit, aber er kann ans Ende der Arbeitswelt kucken, (z.Z. ist er krank geschrieben) bin ich froh.
Auch an euch beide viele Grüße und ganz ganz viele Genesungsgrüße an deinen Partner, verbunden mit der Hoffnung das es ihm auch irgendwann wieder besser geht und ihr beide noch was vom Leben habt.

VG
Gitti
 

Aramis

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#16
Danke Gitte, auch euch unsere besten Wünsche! Wenn Ironman nicht mehr kann, hoffe ich er kommt damit klar, ist evtl. auch erleichtert?

OT= off Topic , ich weiß nicht ob es noch hierher gehört? Ob sich Lilalu mit unseren Problemen noch identifizieren kann?

Hallo Lilalu,

wir hoffen alle auf Forschritte in der Medizintechnik!
Bedenke bitte, dass ein künstliches Kniegelenk heute schon deutlich länger hält als eine fast vergleichbar oft genutzte Beinprothese... naja, hier ist der einzige Vorteil... du gibst die Prothese zur Reperatur /Überprüfung ab, kriegst ein Austauschteil und gut, außer dem Aufwand, der verlorenen Zeit kaum Stress. Kein Vergleich zur KnieTep-OP.

Ahja, du erwähntest die Badeprothese:D klar zum Duschen ist sie gut. Dann ziehst du sie aus , weil der Stumpf sollte auch gründlich sauber sein.
Wie geht es nun weiter? Dein Helferlein bringt dir den Rollstuhl zur Dusche, nimmt die Prothese aus der Dusche macht sie derzeit sauber -du bist froh, wenn du dich und deine Haare trocken bringst.
Ähnlich im Schwimmbad, du ziehst die Prothese an, um zum Beckenrand zu kommen, evtl. kannst du damit einige Übungen im flachen Becken machen-schwimmen geht nicht , dafür ist sie viel zu schwer.
Am Meer: stell dir unendlich viel Sand auf der Haut vor.. darüber noch einen fest anliegenden Kunstoffschaft....ohne eine Begleitperson (wartet am Ufer mit den Krücken ) geht dann garnix, noch dazu Prothese und Salzwasser?

So könnte ich ewig fortfahren. Aber ich hoffe du versuchst es mit dem TEP solange wie nur möglich!

LG
Aramis
 

Lilalu

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#17
Hallo Aramis,

ja, ich kann das natürlich alles nachvollziehen und es klingt sehr übel! Die Frage TEP oder Beinprothese stellt sich ja auch gar nicht. Die Frage war Versteifung oder Amputation - wenn ansonsten medizinisch nichts mehr zu machen ist. Die TEPs halten nicht so lange und man sie nur begrenzt wechseln, weil der Knochen das nicht mitmacht. Genau kann man es nicht sagen - das ist natürlich individuell unterschiedlich. Von 15-20 Jahren Haltbarkeit geht bei jüngeren aber kein Arzt aus, mit dem ich gesprochen habe.

Wie man ohne Hilfe mit einem versteiften Knie aus dem Meer kommen soll, ist mir auch nicht klar. Man kann das Bein ja nicht mehr abbiegen und folglich auch nicht alleine vom Boden aufstehen, da es im Weg ist. Duschen ist sicher einfacher, aber in eine Badewanne kommt man gar nicht erst rein. Normales Sitzen geht auch nicht mehr und folglich ist man auch nicht mit dem Rollstuhl ein bisschen mobil, wenn es mit dem Gehen nicht so lange klappen will bzw. das gestreckte Bein ist halt im Weg (siehe Bus oder Bahn) ... Es sind alles ganz üble Aussichten! Die einzige andere Möglichkeit wäre, gar nicht erst so alt zu werden, dass es einen trifft!
 

Lilalu

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#18
Noch mal kurz eine Anmerkung:

Ich habe immer noch das Gefühl, dass ich falsch verstanden wurde und ich habe mich auch etwas "lässig" ausgedrückt mit meiner Frage. Ich kann auch verstehen, dass jemand der sein Bein durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit verloren hat, mir die Frage, ob dies eine Lösung sein könnte, regelrecht übel nimmt. Niemand (und ich ganz bestimmt nicht!) verliert freiwillig ein Bein!

Der Punkt ist aber ein anderer: Nach allem, was man mir gesagt hat, wird unausweichlich der Punkt kommen, an dem die TEP-Möglichkeiten erschöpft sind. Von den Schmerzen, mehreren OPs und vielen Risiken auf dem Weg dort hin mal ganz zu schweigen. Außer natürlich irgendetwas anderes bringt mich vorher um - das weiß aber niemand! Es stellt sich also die Frage, ob das Leben trotzdem weiter geht und es noch Chancen gibt, aktiv zu sein, zu reisen etc. Schließlich sind das die Dinge, die das Leben lebenswert machen!

Vielleicht versteht man mich so ein bisschen besser!

Zum Duschen fällt mir noch ein: Ich habe nur eine Badewanne - dafür gibt es aber Sitze (die Dinger, die man auf dem Badewannenrand anbringt und so erhöht sitzt), die man zum Duschen nutzen kann. Viele Senioren haben die. Damit sollte das Duschen doch sogar ohne Hilfe und auch ohne Badeprothese möglich sein? Vielleicht noch ein stabiler Stuhl mit Armlehnen neben der Badewanne (für Körperpflege, an und ausziehen etc.)und entsprechende Haltegriffe an der Wanne.

Ihr habt sicher schon sehr viel ausprobiert! Aber so was in der Art würde mir dazu spontan einfallen.
 

Aramis

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#19
Hallo Lilalu,

sorry, ich glaube, dass ich dich schon richtig verstanden habe.
Dein Leidensdruck und die Angst vor der Zukunft sind klar erkennbar!

Du willst dich auf alle Eventuallitäten vorbereiten, dass zeichnet dich als vernünftigen Menschen aus:)

Wir haben dir Tatsachen aus unserem Leben geschildert.
Es gibt keinen alleingültigen Weg.
Bei dir ist noch soviel offen, die Medizin macht ständig Fortschritte.

Z.B. vor wenigen Jahren war es undenkbar mit nem Herzschrittmacher ein MRT
machen zu lassen. Heute gibts Herzschrittmacher die sind MRT-fähig...

Also nicht verzagen!
LG
Aramis
 

Lilalu

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#20
Hallo Aramis,

vielen vielen Dank für die Infos und die Schilderungen!

Auf Fortschritte mag ich nicht zu sehr hoffen. Enttäuschte Hoffnungen sind oft schlimmer als eine ehrliche Auseinandersetzung mit möglichen Konsequenzen. Natürlich kann es Fortschritte geben. Nach meinem Gefühl scheint sich aber die Forschung gar nicht so sehr dafür zu interessieren. Die Anzahl der Betroffenen ist einfach zu klein! Die meisten Knieprothesen werden Senioren eingebaut und da sind dann 15 Jahre Haltbarkeit genug. Die meisten erleben nicht mal eine Wechsel-OP, manche halt doch noch eine - wirklich kritisch wird es nur für den kleinen Prozentsatz an Menschen, die z.B. auf Grund von Unfall oder schwerer Erkrankung doch schon in jungen Jahren einen Gelenkersatz bekommen haben.

Viele Grüße, vielen Dank nochmal und alles Gute euch!